Schwimmbad-Rettung gescheitert: Einem zweiten Freibad klare Absage erteilt

Schwimmbad-Rettung gescheitert : Einem zweiten Freibad klare Absage erteilt

Mit dem ersten Advent begann am Sonntag für die Christen die Zeit des Wartens auf die Ankunft des Herren. Für die „Oberbrucher Freibadretter“ hatte die Zeit des Wartens hingegen ein Ende. Doch zu einem Fest der Freude konnte das Ergebnis des Bürgerentscheids zum Erhalt des Freibades für sie nicht die rechte Basis bieten.

Ganze 33 Minuten dauerte es nach dem Schließen der Wahllokale, bis der Traum der „Freibadretter“ geplatzt war. Rund 6900 Wahlberechtigte hätten sich an den Urnen und per Briefwahl für den Erhalt des Freibades aussprechen müssen. Am Ende waren es nur 3376. Und selbst wenn alle Gegenstimmen, es waren 2384, stattdessen für den Erhalt votiert hätten — es wären nicht genug gewesen. Denn mit einer Wahlbeteiligung von nur 16,63 Prozent wurden die notwendigen 20 Prozent eindeutig nicht erreicht.

„Das Ergebnis zeigt, dass die ,Freibadretter‘ es nicht vermocht haben, die Menschen für ihre Argumente zu gewinnen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Dieder im Anschluss. Er konnte auch eine gewisse Verärgerung nicht verbergen. Der Grund: „Wir hatten heute 240 Leute in den Wahllokalen im Einsatz. Davon waren sechs von der IG Freibadretter, obwohl acht gemeldet waren. Das zeigt, wie es um die Bereitschaft steht, selbst etwas zu tun.“

Alfred Geiger enttäuscht

Auch der Sprecher der Bürgerinitiative, Alfred Geiger, war am Abend noch ins Rathaus geeilt. „Wir sind enttäuscht über den Wahlausgang.“ Schon am Mittag habe sich abgezeichnet, dass es wohl nicht langen werde. „Das Ergebnis ist, wie zu erwarten, für uns ausgegangen, aber eben zu wenige Stimmen insgesamt. Oberbruch verliert nun ein Stück Geschichte.“

Ganze 15 Minuten hatte sie am 10. März gedauert, die Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Heinsberg. Am Ende war es nur noch eine Formalität, die es zu erledigen galt. Das Freibad in Kirchhoven erhielt den Zuschlag für einen Fortbestand als Bürgerbad, das Oberbrucher Freibad hatte das Nachsehen. Die Stadtwerke Heinsberg waren bekanntlich zuvor zu dem Schluss gelangt, aus finanziellen Gründen beide Freibäder nicht mehr in ihrer Trägerschaft führen zu können. Was folgte war die Bildung zweier konkurrierender Bürgerinitiativen in Oberbruch und Kirchhoven, die durch ein möglichst gut durchdachtes Konzept zumindest noch auf eine Unterstützung für den Erhalt ihres Freibades als Bürgerbad hoffen durften.

Rat mehrheitlich dagegen

Eine Überraschung war das Ergebnis der späteren Gesellschafterversammlung dann nicht mehr, denn die CDU-Fraktion hatte sich im Vorfeld mehrheitlich für den Erhalt des Kirchhovener Freibades ausgesprochen. Und die CDU stellte auch in der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke die Mehrheit. Traurig, aber als fairer Verlierer hatte sich die „Wurmbad-initiative“ in Oberbruch, die aus der IG 2020 hervorging, mit dem Resultat abgefunden. Dies galt jedoch beileibe nicht für alle Oberbrucher. Denn rund einen Monat später meldete eine Gruppe von Oberbruchern, die später nur kurz als „Oberbrucher Freibadretter“ bezeichnet wurden, bei der Stadt ein Bürgerbegehren an mit dem erklärten Ziel, dass die Stadt das eigentlich schon geschlossene Freibad in Oberbruch doch wieder eröffnen möge. Und das nicht als Bürgerbad, sondern in eigener Regie.

Die Begeisterung hierüber hielt sich bei weiten Teilen von Parteien und Bevölkerung in Grenzen. CDU, Grüne und Freie Wähler hatten gemeinsam eine Stellungnahme formuliert, in der sie das initiierte Bürgerbegehren klar ablehnten. „Wenn die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Heinsberg wenigstens ein Freibad in der Stadt erhalten wollen, ist das Bürgerbegehren mit der Realität nicht vereinbar,“ hieß es unter anderem in der Stellungnahme. SPD und FDP hingegen wollten diese nicht unterzeichnen. Die mehrheitliche Ablehnung des Bürgerbegehrens im Rat führte zum Bürgerentscheid.