Kreis Heinsberg: Eine Woche in Russland: „Jugend aktiv“ genießt Gastfreundschaft

Kreis Heinsberg : Eine Woche in Russland: „Jugend aktiv“ genießt Gastfreundschaft

Zwölf Jugendliche aus dem Kreis Heinsberg erlebten mit ihren Betreuern von „Jugend aktiv“, dem Verein für unabhängige Jugendarbeit, in Russland eine Woche voller nachhaltiger Eindrücke, die erst Tage danach verarbeitet werden konnten.

„Während der Woche hat man keine Zeit, die Eindrücke zu verarbeiten, es geht alles Schlag auf Schlag. Erst Tage nach der Reise kann man sie sortieren“, erklärte Christoph Kirstein vom Betreuerteam. Die Reisegruppe von „Jugend“ aktiv besuchte im Rahmen einer russisch-deutschen Jugendbegegnung die Stadt Arsamas in der Russischen Föderation, rund 450 Kilometer von Moskau entfernt gelegen. Rund 100.000 Einwohner leben in der Stadt Arsamas, deren Gesamtfläche 32 Quadratkilometer umfasst.

Reise voller Impressionen

Es war eine Reise voller Erlebnisse und Impressionen, die nun bei ­einer Nachbesprechung immer noch präsent waren. Willi Engels, der Vorsitzende des Vereins „Jugend aktiv“, hatte eingeladen — und einige Teilnehmer schilderten ihre Eindrücke. Schon die Anreise war für alle Teilnehmer ein Abenteuer. Sie startete am Düsseldorfer Flughafen. Bis Moskau war alles prima. „In Moskau selbst merkte man keinen Unterschied zu unseren Städten“, so Christoph Kirstein, der bereits zum 13. Mal bei einem deutsch-russischen Jugendaustausch dabei war.

Als weitere Betreuer waren Natalia Maier, Julia Geiser und Lukas Krings mit von der Partie. „Aber dann“, lachte der junge Paul aus Wassenberg, und auch die übrigen Gesprächsteilnehmer schmunzelten. „Dabei hatten wir noch einen guten Bus“, so Paul weiter. „Auf der Strecke merkte man schon den Unterschied mit der Großstadt, für die rund 450 Kilometer benötigten wir acht Stunden, wir haben auch schon länger gebraucht“, blickte Christoph Kirstein zurück .

Wir wurden sehr herzlich empfangen“, waren sich alle einig. Nach den Kennenlernspielen mit den russischen Jugendlichen wurde gleich am ersten Nachmittag die Stadt besichtigt. Und Paul kam gleich am ersten Tag zu der Erkenntnis: „Die Menschen hier haben Spaß am Leben, obwohl sie in ärmeren Verhältnissen leben und wohnen.“ Die Runde nickte, und Betreuerin Julia Geiser fügte hinzu: „Russland wird im Fernsehen ganz anders dargestellt. Man sieht hier nur den Luxus. Wir waren im Grunde mittendrin und haben ­einen Teil des richtigen Russlands kennengelernt. Die meisten Leute leben in einfachen Verhältnissen. Wir sahen viele Holzhäuser im gleichen Stil. Aber die Menschen vor Ort waren alle sehr nett. Diese herzliche Gastfreundlichkeit hatte ich mir so nicht vorgestellt.“

Generell zeigten sich die deutschen Jugendlichen und ihre Betreuer aus beeindruckt von einem engagierten russischen Team vor Ort. Das Programm hatte es in sich. Da gab es nicht nur die Stadtrundfahrt, unter anderem wurden auch ein Salzbergwerk, eine Kirmes und ein Zirkus besucht. Ferner wurde die Gruppe vom Bürgermeister empfangen. Zudem gab es viele gemeinsame sportliche Aktivitäten wie Schlittschuhlaufen, Paintball und weitere Spiele. Die Zeit verging wie im Flug, die Woche war im Handumdrehen vorbei.

„Nicht so verwöhnt wie wir“

Nachhaltig in Erinnerung blieb den Gästen aus Deutschland das Essen, dies war für sie schon gewohnheitsbedürftig. „Es wird immer deftig und heiß gegessen, morgens bekamen wir schon Nudeln mit Butter und Fleischwurst oder unter anderem Fisch und Brokkoli, man merkt, dass es eine ganz andere Esskultur ist und dass die Leute anders leben“, sagte Julia Geiser. Ab Mitte der Woche hatten denn auch einige ein ganz spezielles Heimweh ... zu Mamas Küche.

Auch die Sache mit dem fast immer kalten Wasser ließ alle im Nachhinein schmunzeln, denn nur im Schwimmbad gab es warmes Duschwasser. „Die Menschen sind eben zufrieden mit dem, was sie haben und sind offener“, zogen Paul und auch die junge Christina positive persönliche Erkenntnisse aus diesem Russland-Besuch. Weiterhin zogen alle Teilnehmer sehr fair ein weiteres Fazit: „Die Jugendlichen sind nicht so verwöhnt wie wir. Man hat zwar hier und da ein Handy, aber dies hat dann auch schon seine besten Jahre hinter sich.“

(agsb)