Wassenberg: Eine Sternstunde des Chorgesangs

Wassenberg : Eine Sternstunde des Chorgesangs

Das klassische Kirchenkonzert mit dem Kölner Domchor unter der Leitung von Professor Eberhard Metternich und dem Quartettverein 1927 Myhl unter der Leitung von Hermann J. Kitchen gehörte zu den Sternstunden großen Chorgesangs.

Hunderte Zuhörer erlebten Musik in ihrer wohl eindringlichsten Darstellung. Der weiträumige Altarraum der Propsteikirche St. Georg bot den beiden Chören eine ideale Entfaltungsmöglichkeit.

Professor Metternich setzte die Stimmen in einem Programm ein, das nicht umfassender und homogener sein konnte.

Im ersten Teil mit Palestrina, dem großen Meister der Polyphonie am Ende der Gregorianik, mit Claude Konteverdi und Giovanni Gabrieli, bis zu den Meistern des deutschen Barock mit Heinrich Schütz, Samuel Scheidt und schließlich Johann Sebastian Bach.

Dessen „Der Geist hilft unserer Schwachheit auf” verdeutlichte am nachhaltigsten, welche Innigkeit und Gläubigkeit in diesen Gesängen zum Lobe Gottes wohnt.

Der Quatettverein folgte diesen Gesängen von Vielfalt und Schönheit mit Kyrie, Agnus und Sanctus aus der Messe C-Dur, op. 1 von Johannes Schweitzer und einem reizvollen Vergleich des „Sanctus”.

Einmal von Franz Schubert aus der „Deutschen Messe”, von Friedrich Silcher, dem großen Wiederentdecker und Förderer des Deutschen Liedes, und dem hebräischen „Quadosch” von Lonquisch. „Gottes Macht und Vorsehung” von Beethoven, „O bone Jesu” von Palestrina, „Groß ist der Herr” von Carl Philipp Emanuel Bach und zum Schluss „Laß dir an meiner Gnade genügen” der zeitgenössischen Chorleiterin Theresia Schlechtriem ließen erkennen, dass jede Epoche „ihre” Stimme hat.

Das wurde auch deutlich beim zweiten Auftritt des Domchors. Mit zwei bewegenden Kompositionen von Felix Mendelssohn-Bartholdy wurde der Geist Bach´scher Oratorien lebendig.

Das „Paternoster” des Komponisten Max Baumann war ein achtstimmiges Meisterwerk. In einer solchen Darstelung wird Musik unserer Zeit zu einem Kunstwerk, das unter die Haut geht und akzeptiert wird.

Den Abschluss bildete ein Marien-Zyklus von besonderer Eigenart und Schönheit: Das „Salve Regina” von Peter Eben, das „Regina coeli” des Tschechen Damijan Moenik und das „Ave Maria” von Anton Bruckner.

Beide Chöre erhielten „Standing ovations”. Professor Metternich äußerte sich anerkennend über die Aufnahmefähigkeit und die Resonanz des Publikums, wie auch über die akustischen Gegebenheiten in der Propsteikirche.

Dem Kulturkreis Wassenberg, dem Quartettverein und der VHS des Kreises galt besonderer Dank, da sie dieses Konzert ermöglicht hatten.