Kreis Heinsberg: Eine Million Euro fließt an Träger der Sparkasse

Kreis Heinsberg : Eine Million Euro fließt an Träger der Sparkasse

„Insgesamt erwarten wir für das Jahr 2015 zufriedenstellende bis gute Wachstumschancen auf allen Geschäftsfeldern“, erklärte Thomas Pennartz, der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Heinsberg, am Montagnachmittag, als in der Heinsberger Filialdirektion die Verbandsversammlung vom Sparkassenzweckverband des Kreises Heinsberg und der Stadt Erkelenz tagte.

Die weitere konjunkturelle Entwicklung sei jedoch wegen der bekannten Krisenherde von Faktoren geprägt, die kaum einzuschätzen seien, schränkte der Sparkassendirektor ein.

Wachstum auch in diesem Jahr

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hat die Kreissparkasse laut Pennartz ein Wachstum im Kreditgeschäft von rund 16 Millionen Euro verbucht, während die Bestände der Kundeneinlagen insgesamt um rund fünf Millionen Euro zulegten.

Vor dieser aktuellen Zwischenbilanz war in der Versammlung noch einmal auf 2014 zurückgeblickt worden. Der Vorstandsvorsitzende hatte die bereits im Januar in einem Pressegespräch präsentierte „insgesamt positive Bilanz“ noch einmal zusammengefasst, die unter dem Strich einen Jahresüberschuss in Höhe von 10,12 Millionen Euro ausweist. Einstimmig wurde von der Verbandsversammlung nicht nur die Entlastung für die Sparkassenorgane erteilt, sondern ebenfalls beschlossen, wie in den beiden vergangenen Jahren eine Million Euro an die beiden Träger auszuschütten: 800.000 Euro an den Kreis Heinsberg und 200.000 Euro an die Stadt Erkelenz. 9,12 Millionen Euro fließen in die Sicherheitsrücklage, die damit ein Volumen von rund fast 180 Millionen Euro erreicht.

Höhere Ausschüttung möglich?

Vom Sozialdemokraten Ralf Derichs war die Frage in den Raum gestellt worden, ob angesichts der finanziellen Situation der Kommunen vielleicht eine höhere Ausschüttung möglich sein könnte; auch dann wäre es ja noch möglich, die Rücklage weiter zu erhöhen, andererseits würden die Kommunen stärker entlastet. Doch sowohl Vorstandsvorsitzender Thomas Pennartz als auch Landrat Stephan Pusch (CDU), der Vorsitzender vom Verwaltungsrat der Kreissparkasse ist, wiesen auf das Kreditwachstum vor allem im Interesse des heimischen Mittelstandes hin. Damit einhergehend, sei die Notwendigkeit verbunden, das Eigenkapital weiter in diesem Ausmaß zu steigern. Pusch räumte ein: „Zwei Herzen schlagen da in meiner Brust.“ Die Satzung für den Sparkassenzweckverband war im Jahr 2011 geändert worden — mit dem erklärten Ziel, zusätzliche Kapitalpuffer zu schaffen, damit die Kreissparkasse „auch langfristig auf sicheren Füßen steht“. In der geänderten Satzung wurden die Ausschüttungen an die Träger auf zehn Prozent des Jahresüberschusses beschränkt. Und Ausschüttungen sollen nur dann vorgenommen werden, wenn das strategische Ziel der Sparkasse (Jahres­ergebnis nach Steuern vor Zuführung zur Vorsorgereserve und vor Ausschüttung an Träger) von zehn Millionen Euro erreicht wird.

Vorgelegt wurde in der Verbandsversammlung am Montag der „Bericht an die Gesellschaft“, in dem die Sparkasse ihre Leistungen für nachhaltigen Wohlstand und für Lebensqualität im Kreis Heinsberg skizziert. Als Beitrag zum Gemeinwesen wurde — Steuerzahlungen, Löhne und Gehälter, Spenden, Sponsoring und Zweckerträge, Aufträge an regionale Unternehmen sowie Ausschüttungen die Träger addierend — für 2014 eine Gesamtsumme von 46.714 Millionen Euro errechnet; 2013 waren es 45.060 Millionen Euro.

Keine Negativzinsen geplant

„Unsere Kunden brauchen keine Angst vor Negativzinsen zu haben.“ So hatte die Botschaft von Sparkassendirektor Pennartz bei der Verbandsversammlung im Dezember des vergangenen Jahres gelautet. Jetzt erneut auf dieses Thema angesprochen, wiederholte er: „Wir planen nicht mit Negativzinsen“, wobei er hinzufügte: „Für absehbare Zeit!“

(disch)