Heinsberg: Eine „Kleiderordnung” droht an Schulen nicht

Heinsberg : Eine „Kleiderordnung” droht an Schulen nicht

Die Kleidungsgewohnheiten an den Schulen sind derzeit auf so manchem Schulhof ein Thema, nicht nur im Kreis Heinsberg.

Auslöser war die Anweisung einer niedersächsischen Schulleiterin, ihre Schüler, besonders aber die Schülerinnen, sollten in der Schule auf angemessene Kleidung achten. Mittlerweile ist die Retourkutsche schon unterwegs: Wenn die jungen Mädels auf bauchfreie Tops und knappe Röcke verzichten müssten, sollten auch diejenigen Lehrer, die knitterige Öko-Klamotten, verwaschene Shorts und ausgelatschte, aber dafür fair gehandelte Jute-Sandalen bevorzugen, diese Dinge doch bitte ebenfalls im Schrank lassen, meinten einige Schüler und Eltern. „Einerseits kann ich die Anordnung aus Niedersachsen nachvollziehen” meint Nicole (20) aus Aphoven. „Wenn ich mir anschaue, wie einige Mädchen bei uns zur Schule kommen - so würde ich mich noch nicht mal zur Disco kleiden. Aber andererseits: Wenn sie es mögen, bitteschön!” Die Wahl der Kleidung sei ja schließlich auch Bestandteil der persönlichen Freiheit und dürfe „von oben” nicht eingeschränkt werden, findet Mira (21) aus Kirchhoven.

Der gleichen Meinung sind auch Dennis (19) und Markus (19) aus Heinsberg, jedoch aus etwas anderen Gründen: „Sind doch nett anzuschauen, unsere Mädels!”

Die Schülerinnen und Schüler und vielleicht auch so manche Lehrperson können entspannt bleiben: Für die Schulbehörden in NRW steht eine allgemeine Kleiderordnung nicht zur Diskussion, wie aus einem Bericht von Spiegel Online hervorgeht.

Die Schulen können jedoch im Rahmen der Schulkonferenz über die Bekleidungsregelungen im Einzelnen entscheiden, falls sie den Schulfrieden gefährdet sehen.

Zum Abschluss noch eine Aussage von Ludmila (18) aus Kempen: „Bei uns in der Schule fände ich solche Regelungen zum Beispiel nicht nötig. Viele unserer Lehrer kleiden sich recht alternativ, man sieht ihnen ihre Jugendgesinnung richtig an, und das finde ich gut.”