Wassenberg-Steinkirchen: Eine Kirche und ihre wechselvolle Geschichte

Wassenberg-Steinkirchen : Eine Kirche und ihre wechselvolle Geschichte

Die Männer von der Kinderkrebshilfe Ophoven hatten ganze Arbeit geleistet und die äußere wie innere Beleuchtung installiert.

Damit hatte sie dem Workshop der 30 Studierenden der Fachhochschule Erfurt und ihren Begleitern und Beratern von mehreren Hochschulen und Bistümern einen sehr guten Dienst erwiesen.

Diesem ersten Eindruck „bei Licht” folgte bei Tageslicht die nächste kritische Betrachtung eines Kirchenbauwerkes, das über Jahrzehnte kaum noch benutzt und trotz aufwändiger Erhaltungsmaßnahmen im Gewölbe vor drei Jahren langsam aber sicher dem Verfall preisgegeben war.

Familie Küppers mit Vater Fred, Mutter Mieke und Sohn Johnny konnten stolz sein auf ihre vorbereitete Arbeit. Das Gewölbe war fast fertig ausgeputzt, der teilweise löchrige Fußboden gesäubert, die Zuwegungen trittsicher geräumt und beleuchtet.

Ohne diesen familiären Einsatz wäre „Steinkirchen längst nicht mehr” ist darum die einhellige Anerkennung vieler Ortsansässiger und Eingeweihter.

Voller Freude

Im Hotel „Zur Mühle” in Ophoven, die den Gästen Quartier und Arbeitsmöglichkeiten bietet, begrüßte Bürgermeister Manfred Winkens „voller Freude über diese Initiative” die Gäste aus Thüringen und anderen Regionen - darunter sogar aus Chicago, wie Pfarrer Scott Moore.

Wie kritisch und sensibel das Thema „Nutzung von Kirchenbauten” im Zeichen immer leerer werdender Kirchen und geringer werdender Finanzen ist, zeigt die Anwesenheit zahlreicher hochkarätiger Professoren und Fachleute, darunter Prof. Dr. Gerhards von der Universität Bonn, der auch am Samstag um 20 Uhr die Messe in der Martinus-Kirche zelebrieren wird.

Leiter des Projekts und Initiator ist Professor Lugwig Rongen, Dekan an der Fachhochschule Erfurt.

Johnny Küppers gab den Seminaristen, ihren Begleitern und den vielen Gästen aus dem heimischen Raum einen interessanten Einführungsvortrag von der Frühgeschichte des Siedlungsraumes „untere Rur”, über die Christianisierung im 7. Jahrhundert vom nahen St. Odilienberg aus, den sehr frühen Bau einer zunächst hölzernen Saalkirche und späteren steinernen Kirche in Steinkirchen an der Rur und die wechselvolle Geschichte der Pfarre mit Abbruch des romanischen Langschiffes und Neubau des heute sichtbaren Langschiffes im Jahre 1871. Die weiter „Geschichte” wird bestimmt vom Kriegseinwirkungen und Neuorientierungen im Pfarrbereich.

Viele der Anwesenden erfuhren bei diesem Anlass zum ersten Mal, wie sehr Zeitwandel und neue Strukturen auch einen Kirchenbau mitbestimmt haben, über dessen Schicksal nun bald entschieden werden soll.