Erkelenz: Eine heimatnahe Hilfe für alle Herzkranken

Erkelenz : Eine heimatnahe Hilfe für alle Herzkranken

„Wir haben hier eine echte Versorgungslücke zwischen Aachen und Mönchengladbach geschlossen”, betonte Wolfgang Salz, Verwaltungsdirektor des Hermann-Josef-Krankenhauses in Erkelenz.

Er meinte damit nichts anders als die neue Klinik für Kardiologie, die das Gesundheitsministerium des Landes NRW in Düsseldorf und der Regierungspräsident in Köln im Rahmen der Regionalplanung für den Kreis Heinsberg nun für das Erkelenzer Krankenhaus genehmigt hat.

Von dieser Klinik innerhalb des Krankenhauses profitieren die Einwohner des Kreises Heinsberg, so Salz am Mittwoch weiter, der sich über die Genehmigung auch freut, weil „die Aufnahme der Kardiologie in den Landesbedarfsplan NRW eine Anerkennung der bisherigen Leistungen des Hermann-Josef-Krankenhauses auf dem Spezialgebiet der Herzerkrankungen bedeutet.” Es werde eine regelrechte Versorgungslücke im Kreises Heinsberg geschlossen.

Für dieses Gebiet mit etwa 253.000 Einwohnern gab es bisher nicht die Möglichkeit eine Herzkatheteruntersuchung verfügte. Im Mittel werde in Deutschland ein Herzkatheterlabor für 182.000 Einwohner vorgehalten. Die neue Klinik für Kardiologie umfasst 35 Betten, davon vier Betten auf der Intensivstation sowie weitere Überwachungsbetten (so genannte „intermediate Care”). Dr. Klaus-Dieter Winter, Facharzt für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Kardiologie, übernimmt als Chefarzt die Leitung der neuen Klinik.

Ihm zur Seite steht ein erfahrenes Team von Fachärzten, davon unter anderem zwei Oberärzte, das die Versorgung herzkranker Patienten 24 Stunden am Tag sicherstellt. Neben der personellen Struktur verfügt die neue Klinik nach Ansicht des Verwaltungsdirektors und des Chefarztes bereits jetzt über eine exzellente technische Ausstattung. Ein Linksherzkathetermessplatz der neuesten Generation wurde in Zusammenarbeit mit der Radiologischen Gemeinschaftspraxis am Krankenhaus angeschafft und bereits vor einiger Zeit in Betrieb genommen.

„Weit mehr als 1000 Patienten haben schon von der neuen Technik profitiert”, so Dr. Winter. Im Vergleich zu Herzkatheteranlagen älterer Bauart konnte die Strahlenbelastung für den Patienten um mehr als 50 Prozent verringert werden. Das Herzkatheterlabor ist darüber hinaus mit einer Ballonpumpe ausgerüstet, die bei Patienten mit Herzversagen eingesetzt wird, wie Dr. Winter erläuterte.

„Die Aufweitung von Engstellen der Herzkranzgefäße (Ballondilatation), das Einsetzen von Gefäßstützen - hochgereinigte Edelstahlstents oder beschichtete Stents - oder das Auffräsen von verkalkten Engen mit einem Hochgeschwindigkeitsbohrkopf zählen bereits jetzt zum Alltag im Hermann-Josef-Krankenhaus.”

Ausstattung

Die Ausstattung der Kardiologie umfasst darüber hinaus einen elektrophysiologischen Messplatz, mit dem Herzrhythmusstörungen analysiert werden können. In Zusammenarbeit mit der Radiologischen Gemeinschaftspraxis wird ein modernster Kernspintomograph betrieben. Überhaupt sei die Zusammenarbeit am Hermann-Josef-Krankenhaus sehr gut, lobte Dr. Winter.

Die kardiologische Klinik ist vom Regierungspräsidenten beauftragt worden, die Versorgung der Bevölkerung des Kreises Heinsberg auf dem Gebiet der Herzkrankheiten sicherzustellen. Es wird deshalb ein enger Verbund mit den drei anderen Krankenhäusern im Kreis angestrebt. Ziel ist es, allen herzkranken Patienten des Kreises eine wohnortnahe Versorgung in kürzester Zeit zu ermöglichen. In akuten Fällen steht das Herzkatheterteam rund um die Uhr zur Verfügung.

Da beim Herzinfarkt jede Minute zählt, ist ein erheblicher Zeitgewinn für die Patienten des Kreises möglich. Bisher mussten sie weite Transporte nach Aachen, Krefeld, Mönchengladbach oder Neuss auf sich nehmen. Dass der Chefarzt der kardiologischen Klinik, Dr. Winter, Wert auf höchstmögliche Qualität aller diagnostischen und therapeutischen Verfahren legt, zeigt sich darin, dass unter anderem aus den Universitätskliniken Erlangen, Aachen und dem Herzzentrum Bad Oeynhausen Mitarbeiter für Erkelenz gewonnen werden konnten.

Darüber hinaus nimmt die Abteilung an der bundesweiten Qualitätssicherung Herzschrittmacher, an der Qualitätssicherung Herzkatheter sowie am nationalen Register „Drug-Eluting-Stent” und am internationalen Register „intraaortale Ballongegenpulsation” teil.