Eindringlicher Appell vom Landrat - und ein Tipp dazu

Eindringlicher Appell vom Landrat - und ein Tipp dazu

Kreis Heinsberg. Ein weiterer Schritt auf dem Weg, Firmen als Ausbilder mit Schüler als potentielle Auszubildende zusammenzubringen, war die „education 2005” am Donnerstag in der Oberbrucher Festhalle.

Eröffnet wurde die dritte Berufsstartermesse mit einer ersten von vielen Gesprächsrunden an diesem Tag.


AZ/AN-Regionalredakteur Dieter Schuhmachers begrüßte zum Auftakt AOK-Regionaldirektor Peter Lipp, Landrat Stephan Pusch und Armin Hoffmann von der Agentur für Arbeit in Erkelenz.

„Eine Plattform zu bieten, sich über Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort zu informieren, diese Idee wurde nach Berufsstartertrainings und Präventionsangeboten von der AOK gerne aufgegriffen und vor zwei Jahren zum ersten Mal umgesetzt”, so Regionaldirektor Lipp. Resonanz und Nachfrage nach Wiederholung hätten den Bedarf bestätigt.

Einen eindringlichen Appell richtete Landrat Stephan Pusch an die Betriebe im Kreis: Sie sollten jungen Menschen den Weg ins Berufsleben durch eine Ausbildung ebnen.

Er sprach die Folgekosten für den Sozialstaat an, wenn junge Menschen keinen Ausbildungsplatz erhalten würden oder nicht in Arbeit gebracht werden könnten.

Auch mit Blick auf die demographische Entwicklung, durch die ein Fachkräftemangel zu erwarten sei, lautete seine Aufforderung an die Unternehmen: „Bilden Sie so weit wie möglich aus!” Auch den Kreis selbst präsentierte er als Ausbilder für Verwaltungsberufe im mittleren und gehobenen Dienst sowie für die Berufe des Vermessungstechnikers und Straßenwärters.

Er hatte noch einen ganz konkreten Tipp für die künftigen Lehrstellenbewerber: „Schreiben, lesen, rechnen sollte man schon drauf haben, und beim Vorstellungsgespräch wird das, was im Alltag als ,cool gilt, nicht unbedingt so gesehen.”

Es gab jedoch auch Lob für die Lehrstellenbewerber im Kreis Heinsberg und zwar von Armin Hoffmann von der Agentur für Arbeit, als die Frage der Mobilität angesprochen wurde.

„Den meisten ist bewusst, dass sie in einem ländlichen Raum leben und den Ausbildungsplatz nicht unbedingt um die Ecke finden werden. Sie fahren auch in die Oberzentren wie Aachen, Mönchengladbach, Düsseldorf oder Köln, um einen Ausbildungsplatz zu erhalten.”

Wenn es um schulische Defizite geht, warnte Hoffmann davor zu verallgemeinern. Zwar sei die Klage in etlichen Fällen berechtigt, doch könnten da Qualifizierungsmaßnahmen weiterhelfen. Selbst für dieses Jahr hat die Arbeitsagentur noch rund 600 freie Ausbildungsstellen zu bieten.