Ein Zentrum für geistig Behinderte

Ein Zentrum für geistig Behinderte

Kreis Heinsberg. Das neue Projekt von „Wir für Ruanda” stand im Mittelpunkt eines Gesprächsabends im ehemaligen Oberbrucher Wasserwerk.

Mehr als 50 Besucher waren gekommen, um dabei auch Dr.Uta Düll kennen zu lernen. Die Ordensschwester und Ärztin leitet ein Krankenhaus in der Provinz Butare, das täglich bis zu 300 Patienten zählt.

Gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden Dr. Bernd Bierbaum, seinem neuen Stellvertreter Prof.Ludwig Rongen aus Wassenberg und dem neuen Geschäftsführer des Vereins, Hubert Ramakers aus Effeld, berichtete sie über die neuen Pläne. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll das Projekt verwirklicht werden. „Das ist die größte Aufgabe, die wir uns bis jetzt vorgenommen haben”, betonte Bierbaum.

Wie wichtig neben den Geld- und Sachspenden vor allem die ehrenamtliche Arbeit des Vereins vor Ort ist, wurde bei dem Vortrag von Dr. Uta Düll deutlich. „Es ist für uns sehr kostbar, dass wir nicht nur die Sachen hingestellt bekommen, sondern dass auch Fachleute dabei sind, die dafür sorgen, dass Strom und Wasser fließen”, betonte sie.

Über die Ärztin hat der Verein ein kleines Zentrum in Butare kennen gelernt, in dem bereits 15geistig behinderte Menschen leben. „Wir für Ruanda” hat dort erst einmal für Betten gesorgt. Vor allem aber fehle dort die Förderung dieser Menschen, erklärte die Ärztin. So entstand die Idee zum Aufbau eines neuen Zentrums, bei dem die Oberbrucher Rurtalschule und deren Engagement im russischen Pskow als Vorbild dienen sollen.

Im Februar wird eine kleine Delegation nach Ruanda reisen, um den Bauplatz zu besichtigen. Mit dabei sein wird auch Prof.Rongen, der zusammen mit Studenten der Fachhochschule Erfurt, an der er lehrt, die Planung übernehmen will. Ihre Unterstützung sagte auch Christel Preuschoff zu, die für Sonderschulen zuständige Schulrätin des Kreises.

Drei Schwestern des katholischen ruandischen Ordens „Abizeramariya” - was so viel heißt wie „Die Mägde Marias” - sind seit sechs Wochen in Deutschland. Sie leben im Klarissenkloster Maria Lind in Braunsrath.

Während ihres einjährigen Aufenthaltes wollen sie Deutsch lernen und zudem die Arbeit in Kindergarten, Rurtal-Schule, Werkstatt und Wohnheimen für geistig behinderte Menschen kennen lernen. „Was sie von hier mitnehmen, müssen sie dann aus ihrer Mentalität heraus in ihrem Heimatland umsetzen”, so Bierbaum.