Merzenich: Ein Vierer-Bündnis für neue Gewerbeflächen

Merzenich : Ein Vierer-Bündnis für neue Gewerbeflächen

Die bisher nur auf dem Papier angedachte deutliche Erweiterung des Merzenicher Gewerbegebietes „Auf der Heide“ um 44 Hektar in der Nähe der neuen Autobahnauffahrt ist vorerst vom Tisch.

Der Merzenicher Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Strukturentwicklung hat diese potenziell nutzbare Fläche in seiner Sitzung am Mittwoch auf zwölf Hektar reduziert.

Im März war es, als Dominik Geyer vom Büro Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH in einem Merzenicher Ausschuss eine Untersuchung über die Gewerbe- und Industrieflächen im Kreis Düren vorgestellt hat. Für alle Kommunen hat der Kreis eine entsprechende Bedarfsanalyse beauftragt, damit die Kommunen frühzeitig entsprechende Flächen in die Regionalplanung einfließen lassen können.

In Merzenich hatten die Planer die entsprechenden Potenzialflächen in der Erweiterung vorhandener Gewerbegebiete gesehen, zum Beispiel in Girbelsrath, vor allem aber im Bereich „Auf der Heide“ im Anschluss an die Fläche zwischen der neuen Autobahnauffahrt und der Bahnlinie. Dagegen gab schon in der Ratssitzung im Mai erhebliche Bedenken der betroffenen Anwohner.

Denen ist man nun mit dem Beschluss, die Potenzialfläche zu reduzieren, entgegengekommen. Im Gegenzug hat der Ausschuss die anderen Suchräume akzeptiert und auch der von Bürgermeister Georg Gelhausen (CDU) vorgelegten Kooperationsvereinbarung mit Düren, Niederzier und Kreuzau zur Entwicklung von interkommunalen Gewerbegebieten zugestimmt.

Die Entwicklung dieser Gebiete wird allerdings noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen — Gelhausen bringt das schon jetzt in die Bredouille: „Wir hätten die Entwicklung unserer Gewerbeflächen schon viel früher in Angriff nehmen müssen. Es gibt genug Anfragen von Unternehmen.“ Zuletzt von einer Firma aus Köln, die gezielt entlang der S-Bahn-Strecke bauen wollte. Gelhausen: „Die suchten kurzfristig ein Areal und wollten 100 Arbeitsplätze schaffen. Eine Zusage konnte ich aber nicht geben, weil uns die Flächen dafür fehlen.“

Zwar gibt es noch rund vier Hektar Gewerbeflächen, die sind aber in Fremdbesitz. Gelhausen: „Dafür müsste ich dem Landwirt Ersatzflächen anbieten, die habe ich aber nicht oder sind zu teuer.“ Gelhausen setzt nun darauf, dass gemeinsam mit den neuen Partnern Düren, Kreuzau und Niederzier und unter Einbindung von RWE die Kommune ein schlüssiges Konzept entwickeln kann, was dann auch von der Bezirksregierung akzeptiert wird.

Erste Rückmeldungen dazu gibt es aus Köln — das neue Vierer-Bündnis sei als vorbildlich gelobt worden, hieß es schon in der Sitzungsvorlage. Bis Gelhausen bei Anfragen aber tatsächlich eine kurzfristige Perspektive eröffnen kann, wird es noch dauern — „zwei bis fünf Jahre werden wir noch warten müssen“, sagt er.

(bugi)