Wassenberg: Ein seltenes Phänomen in Wassenberg: Bergschäden

Wassenberg : Ein seltenes Phänomen in Wassenberg: Bergschäden

Wer aufmerksam durch das Wassenberger Zentrum geht, sieht sie an manchen Stellen: Stützbalken, Klammern, Mauerkeile.

Hier sind Gebäude in Bewegung geraten; durch Hebungen entlang der Abrisskante im geologischen Bereich der Rurrandstörung wurden sie in Mitleidenschaft gezogen. Insgesamt elf Fälle, so Bürgermeister Manfred Erdweg gestern gegenüber der Presse, seien ihm bisher durch Gespräche mit Betroffenen bekannt geworden.

Die Hebungen erstreckten sich entlang der Abrisskante vom Stadtzentrum bis nach Orsbeck-Luchtenberg. Über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren seien „Versetzungen von zirka zwölf bis 15 Zentimeter” entstanden. Seitens der Unternehmen RAG-EBV und Rheinbraun, so berichtete der Bürgermeister, seien eineinhalb Jahre lang Gespräche geführt und Messungen vorgenommen worden, um die Verursacherfrage zu klären.

Diese Messungen hätten im April zu dem Ergebnis geführt, dass offenbar die RAG-EBV der Verursacher sei. Die Hebungen seien demnach „Auswirkungen der Flutungen im Bergbaubereich”. Die ausgetrockneten Tonschieferschichten hätten sich mit Wasser voll gesogen, und diese Quellung, so werde zur Zeit vermutet, sei die Ursache für die Hebungen im Deckgebirge.

Dieses Phänomen, so gab Erdweg aus einem Gespräch mit dem Markscheider in der Bergschädenabteilung der RAG-EBV wieder, sei für den Bergbau „Neuland”. Nun sollen durch die Untersuchung eines Ingenieurbüros die Grundlagen für die Abstimmung der weiteren Vorgehensweise bei der Bergschäden-Sanierung ermittelt werden.

Der EBV habe erklärt, „im Bereich von zirka zehn Metern beiderseits der Abrisskante” die Schäden anzuerkennen, teilte Erdweg mit. Die kurzfristig zumindest provisorische Behebung der Schäden erfolge ohne Anerkennung eines Rechtsanspruches.

Weitere Hebungen möglichErdweg teilte mit, die RAG-EBV rechne noch mit weiteren Hebungen „mindestens bis zum Frühjahr 2003 in der Größenordnung von fünf Zentimetern pro Jahr”. Die endgültige Behebung der Schäden werde „nach Beruhigung des Gebirges im Frühjahr 2003” erwartet.

In der Fläche außerhalb der Abrisskante werde es nach derzeitigem Kenntnisstand keine weiteren Schäden geben, berichtete der Bürgermeister aus seinem Gespräch mit dem Markscheider.

Für Anfang September hat der Bürgermeister sowohl Vertreter von Rheinbraun als auch RAG-EBV zu Gesprächen mit dem Wassenberger Stadtrat und dem Fachausschuss eingeladen.