Städteregion: Ein Musterbeispiel für Mitbestimmung in der Schule

Städteregion : Ein Musterbeispiel für Mitbestimmung in der Schule

Dialogfähigkeit ist ein etwas sperriges Wort aus dem Vokabular der Soziologie. Dennoch beschreibt es ziemlich treffend, was die Grundlage für öffentlich geführte Diskussionen ist — und was einige Zeitgenossen manchmal vermissen lassen. Zu diesen gehören sicherlich nicht jene, die sich am Donnerstag beim Schülervertretungstag der Städteregion im Aachener Tivoli eingefunden haben.

Mit rund 250 Teilnehmern aus mehr als 50 weiterführenden Schulen war es der bisher größte Schülervertretungstag.

Dabei zeigte sich: Die Motivation, sich als Vertreter für seine Mitschüler einzusetzen, kann ganz unterschiedliche Beweggründe haben. Sich aktiv in eine Gemeinschaft einzubringen, sagen die einen, Demokratie und Mitbestimmung zu leben, sagen die anderen. Und manche wiederum wollen einfach nur den Lehrern zeigen, wo es langgeht.

Je nachdem, mit wie viel Einsatz und Ideenreichtum sie ihre Aufgaben angehen, gibt es dann auch noch die Aussicht auf einen Gewinn. Den ersten Preis als beste Schülervertretung der Städteregion holte diesmal das städtische Gymnasium Eschweiler. „Dort haben die Schülervertreter nicht nur regelmäßige Kinoabende organisiert, sondern auch Schüler nach ihren Bedürfnissen gefragt, um darauf die Arbeit der Vertretung aufzubauen“, lobte Pia Kraushaar von der Koordinationsstelle Jugendpartizipation der Städteregion. Zur Urkunde, die die gute Arbeit der Schülervertretung belegt, gab es ein Preisgeld von 300 Euro. Doch auch die Zweitplatzierten von der Gesamtschule Kohlscheid und die drittbeste Vertretung vom Gymnasium Alsdorf gingen nicht leer aus.

Glückwünsche gab es unter anderem von Aachens Bürgermeisterin Margrethe Schmeer, die selbst einmal Schülersprecherin war. „Dazu braucht man nicht nur ein organisatorisches Talent, sondern auch die rhetorischen Fähigkeiten, um ein großes Publikum mitzunehmen“, betonte sie. In den anschließenden Workshops ging es dann gerade um eben diese rhetorischen Kniffe, aber auch um Öffentlichkeitsarbeit, Rechte und Pflichten von Schülern und Projektmanagement.

Schließlich sei all dies das Handwerkszeug für eine gelebte Demokratie, betonte der Leiter des Bildungsbüros, Sascha Derichs. „Das heißt manchmal aber auch, dass man negative Erfahrungen macht und gegen festgefahrene Strukturen ankämpfen muss.“

In der Städteregion hat sich auch im Bezug auf die politische Mitbestimmung von Schülern schon einiges getan: In insgesamt acht Fachausschüssen sitzen Bezirksschülervertreter in beratender Funktion und äußern sich zu Belangen wie Mobilität, Inklusion, Medienkompetenz und Umwelt.

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