Aachen: Ein „kulinarisches“ Konzert der Liedertafel im Schein flackernder Kerzen

Aachen : Ein „kulinarisches“ Konzert der Liedertafel im Schein flackernder Kerzen

„Zurück zu den Wurzeln“ mag wohl als Leitmotiv für das Frühjahrskonzert der Aachener Liedertafel gegolten haben. So hatte die älteste Aachener Sängerschar in ihrer Einladung ein „kulinarisches“ Frühjahrskonzert mit einem Drei-Gänge-Menü avisiert und damit an ihre Gründerzeit im Jahr 1832 angeknüpft.

Damals dienten ihre Konzertabende nicht nur dem konzertanten Männergesang, sondern ebenso dem geselligen Zusammenkommen gleichgesinnter Sangesfreunde, was auch schon aus dem Namen „Liedertafel“ deutlich wurde.

Diesmal nicht in der Kirche

Neu in diesem Jahr war auch, dass das Jahreskonzert nicht als vorösterliches Singen in einer Kirche stattfand. Das tat jedoch weder der Programmauswahl noch der Festlichkeit Abbruch, fand das Konzert doch unter der musikalischen Leitung von Liedertafel-Dirigent Luis Andres Castellanos Imenez im dezent modernisierten Ballsaal der Erholungsgesellschaft in der Reih-straße statt. Und dabei verliehen fünfarmige Ständer mit flackernden Kerzen dem Ganzen eine besondere Note.

Altersbedingt ist die Sängerzahl der Liedertafel von Jahr zu Jahr kleiner geworden, doch proben die Sänger jeden Dienstag und können sich daher durchaus stimmsicher hören lassen. Zudem erhielt der Gesang durch das Mitwirken der beiden Männergesangvereine Harmonia 1849 Aachen (Leitung Thomas Linder) und Polyhymnia 1881 Mariadorf mit ihren Solisten Theo Gorgen und Wolfgang Wenn eine besondere Note. Dies gelang auch durch die wechselvolle Gestaltung des Ablaufs für das gesamte kulinarische Konzert. Nicht bei jedem Part sangen nur die Chöre, sondern auch das Publikum wurde miteinbezogen — und das speziell bei Volks- und Platt-Liedern.

Eröffnet wurde das Programm mit dem bewegenden Lied „Näher mein Gott zu Dir“, das insbesondere bei Totengedenken der Liedertafel gesungen wird. Besonders beeindruckend waren die Kompositionen „Jerusalem“ von Stephan Adam sowie „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ von Ludwig von Beethoven. „Der Lindenbaum“ von Friedrich Silcher war ebenso dabei wie Kompositionen von Franz Schubert, Mozarts „O Isis, oh Osiris“ und der „Aachener Sängergruß“ von Pütz.

Mitsingen konnten die Gäste bei volkstümlichen Hits oder Liedern in Öcher Platt wie „Margarethe“, „Än et fluppet d’r Dures“, „Dort in der Pontstraß“ oder „Mädchen meiner Seele mein“. Mehrere Zugaben und ein Plausch um Mitternacht rundeten den Abend ab.