Erkelenz: Ein Kleiner kommt ziemlich groß daher

Erkelenz : Ein Kleiner kommt ziemlich groß daher

Die Bedenken, die die beiden Organisatoren Elmar Viethen, Lehrer am Cusanus-Gyymnasium, und Arthur Riegel als Veranstalter hatten, zerstreuten sich in Windeseile.

Die Eintrittskarten für das Gastspiel des Unterhalters Bernd Ho’cker gingen schneller als erwartet über den Ladentisch, die wenigen Restexemplare fanden kurz vor dem Auftritt ihre Abnehmer, so dass mehr als 500 Zuschauer im Atrium des Cusanus auf die „Comedy vom Kleinsten” warteten.

Gut eingestimmt wurde das Publikum durch Jazz vom Feinsten durch die Mr. P.C. Big Band der beiden Erkelenzer Gymnasien.

Der sehr klein gewachsene Ho’cker, dessen Herzenswunsch es ist, einmal ein sehr Großer in der Szene zu sein („mindestens 1,70 Meter oder vielleicht sogar 1,80”), nahm in erfrischender Weise sich selbst nicht zu ernst und integrierte sein Publikum in lockeren Dialogen immer wieder in sein Programm.

Flotte Sprüche („Ich habe dem Teufel ins Auge geblickt - ich habe geheiratet”) und erstaunliche Bekenntnisse („Ich liebe Heavy Metall”) sorgten für gelungene Unterbrechungen der Bemühungen, bei denen Ho’cker den Versuch unternahm, die zwischenmenschlichen Kommunikationsprobleme zu lösen; letztendlich ein unmögliches Unterfangen, da Frauen rein nach dem Gefühl handeln, Männer dagegen nach dem Verstand.

Dialoge, gepaart mit Gesangseinlagen und Sketchen führten zu Kurzweil und Beifall in Erkelenz, „dem zwischen B57 und der A46 eingezwängten Ort”. Gelungen war Ho’ckers Beispiel für die Nachrichtenübermittlung. „Es gibt Männer, Frauen und Rheinländer”, so seine Erkenntnis, die er bei der Tagesschau berücksichtigt. Nicht minder unterhaltsam war seine Fahrt mit der Geisterbahn oder die Erzählung des Märchens Hänsel und Gretel in Manier eines Sportreporters, eines Piloten oder eines Straßenverkäufers.

Rückfahrt nach Bonn

Der lang anhaltende Beifall lockte Ho’cker nach der Vorstellung noch einmal auf die Bühne. Ohne zwei Zugaben ließen ihn die begeisterten Besucher nicht zurück nach Bonn fahren. Auch bei der Verlängerung sorgte er mit seinem Koch-TV für Amüsement.

Nur eine Frage beantwortete Ho’cker nicht, als er im Rahmen seiner Kommunikationsproblematik auf pädagogische Konzepte zu sprechen kam: „Wann kläre ich meinen Jungen auf. Bevor oder nachdem er Vater geworden ist?”

Fazit: Die Comedy vom Kleinsten wurden mithin Comedy von Feinsten.