Städteregion: Ein Kinderbuch, drei Minuten Zeit und eine sehr kritische Jury

Städteregion : Ein Kinderbuch, drei Minuten Zeit und eine sehr kritische Jury

Öffentliche Aufmerksamkeit für das Kulturgut Buch erregen, die Leselust wecken und die Lesekompetenz stärken: Das sind die wesentlichen Anliegen des Vorlesewettbewerbs, zu dem der Börsenverein des Deutschen Buchhandels traditionell einlädt.

Im Forum der Mayerschen Buchhandlung in Aachen trafen sich jetzt Kinder der sechsten Klasse von 35 Schulen aus der Städteregion. Sie waren jeweils die besten Vorleser an ihrer Schule und traten im Stadt- und Kreisentscheid gegeneinander an.

In der ersten Runde wählten die Kinder selbst den Text, den sie vorlesen wollten. So ergab sich für die Zuhörer im Forum ein buntes Bild der derzeit angesagtesten Titel der Kinder- und Jugendliteratur.

„Alea hat gerade herausgefunden, dass sie kein richtiger Mensch ist“, erläutert eine Kandidatin die Textstelle, die sie aus einem der Bände des Meermädchens „Alea Aquarius“ von Tanya Stewner ausgewählt hat. Drei Minuten Zeit hat sie, um den Text vorzulesen. Dabei sitzt sie ganz allein an einem Tisch und spricht ins Mikro. Die Jurymitglieder hören aufmerksam zu.

Betonung und Tempo

So ganz ohne Nervosität geht das natürlich nicht, aber die Jungen und Mädchen machen ihre Sache trotzdem sehr gut. Die Jury achtet unter anderem auf die Betonung, das Lesetempo und die Aussprache. Bewertet wird aber auch, ob die Vorleser ihren Text so ausgewählt haben, dass die Zuhörer ihn verstehen können, ohne das ganze Buch gelesen zu haben. Und die Jury achtet darauf, ob die zeitliche Vorgabe eingehalten wird.

15 Jungen und Mädchen gingen im Stadtentscheid an den Start, im Kreisentscheid waren es 20. Die Bücher, die sie ausgewählt haben, repräsentieren laut Buchhändlerin Ingrid Voigt einen Querschnitt durch die gesamte Kinder- und Jugendliteratur, darunter Titel wie „Der Tag, an dem ich cool wurde“ von Juma Kliebenstein, „Tintenherz“ von Cornelia Funke oder „Das Geheimnis im dunklen Garten“ von Elisabeth Beresford.

In der zweiten Runde des Wettbewerbs mussten die Kinder dann einen Text lesen, der ihnen vorgegeben wurde und zwar aus dem Buch „Henry Smart — Im Auftrag des Götterchefs“ von Frauke Scheunemann.

Die zwei Kinder, die laut Jury am besten gelesen haben, dürfen am Bezirksentscheid in Köln teilnehmen. Für Aachen ist das Sophia Pfundt, Deutsche Abteilung der Shape International School, Belgien. Beim Kreisentscheid machte Julian Lutter vom Städtischen Goethe-Gymnasium Stolberg das Rennen.