Geilenkirchen/Gangelt: Ein Jahr mit Bewährung wegen Untreue in 21 Fällen

Geilenkirchen/Gangelt : Ein Jahr mit Bewährung wegen Untreue in 21 Fällen

Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr mit Bewährung wurde am Dienstag ein Angeklagter aus Geilenkirchen vom Schöffengericht verurteilt.

Der 41-Jährige hatte gestanden, sich in der Zeit vom 28. April bis 14. Dezember 1999 in 21 Fällen der Untreue schuldig gemacht zu haben.

Er war von einer Eigentümergemeinschaft als Verwalter eines Mehrfamilienhauses in Gangelt eingesetzt worden, ein weiteres Wohnhaus wurde ihm auf Betreiben von Zwangsmaßnahmen durch die Bank als Zwangsverwalter übertragen, wobei er für dieses Haus vorher schon als Verwalter tätig war.

Der Angeklagte geriet danach durch den Bau eines eigenen Hauses, das nach eigenem Bekunden „wohl zu groß ausgefallen war”, in finanzielle Schwierigkeiten. „Ich habe Geld, das sowohl für die Zwangsverwaltung als auch für die Verwaltung des anderen Hauses vorgesehen war, für eigene Zwecke gebraucht”, gestand er vor dem Gericht unter Vorsitz von Richter Anselm Pütz.

Die Anklageschrift, die vorher deutlich mehr Vorwürfe aufwies, wurde schließlich auf insgesamt 21 Punkte reduziert. Auch der unterschlagene Betrag, zunächst mit über 26 000 Mark beziffert, wurde durch das vorläufige Einstellen verschiedener Verfahren letztlich auf rund 20 000 Mark reduziert.

Bei den einzelnen Beträgen, die durch den Verwalter vom dazu eigens eingerichteten Konto abgebucht hatte, fehlten zum Teil die Belege: „Überall da, wo ein Buchungsbeleg fehlt, muss er das für sich anrechnen lassen”, erklärte selbst der Anwalt des 41-Jährigen, Henning Cwik.

Staatsanwalt Müller-Kim: „Eines verstehe ich nicht: Obwohl Sie als Zwangsverwalter für eines der beiden Objekte abgesetzt worden sind, haben Sie trotzdem noch drei Beträge abgehoben.” Der 41-Jährige: „Ich hatte natürlich die Absicht, diese Beträge wieder zurückzuführen, aber das ist mir letztlich nicht mehr gelungen.”

Wenig Licht brachte die Aussage des für die Hauseigentümer zuständigen Vertreters: „Ich habe erst festgestellt, dass etwas nicht stimmen konnte, als ich von Mahnungen nicht bezahlter Versicherungen und Gebühren der Gemeinde Gangelt Kenntnis bekam. Ursprünglich waren alle Mahnungen an den Verwalter gegangen.”

Staatsanwalt Müller-Kim: „Es steht fest, dass es sich um gewerbsmäßige Untreue handelt. Für den Angeklagten spricht sein umfassendes Geständnis und die Tatsache, dass er den entstandenen Schaden zum Teil wieder zurückgezahlt hat.” Gegen ihn spreche aber der lange Zeitraum der Untreue. „Ich fordere ein Jahr und sechs Monate mit Bewährung.”

Verteidiger Cwik: „Es handelt sich um Untreue in 21 Fällen. Aber gewerbsmäßige Untreue zu unterstellen, bedeutet, dass der Angeklagte von seinen Handlungen gelebt haben muss. Das ist aber ganz sicher nicht der Fall gewesen, dazu waren die Beträge insgesamt zu niedrig. Ich bitte das Gericht um eine Geldstrafe für meinen Mandanten.”