Ein Glied in der „Rettungskette”

Ein Glied in der „Rettungskette”

Kreis Heinsberg. 35 evangelische und katholische Theologen und Pfarrer, aber auch Krankenschwestern, Rettungsassistenten, Psychologiestudenten und in der Trauerbegleitung erfahrene Ehrenamtler gewährleisten in einer ökumenischen Arbeitsgemeinschaft seit dem Jahr 2002 rund um die Uhr Notfallseelsorge im Kreis Heinsberg.

Die Trägerschaft liegt bei der Region Heinsberg des Bistums Aachen auf katholischer und beim Kirchenkreis Jülich auf evangelischer Seite.

61 Einsätze in 2003

Vor ihrer Jahrestagung in Wegberg gaben die drei Koordinatoren der ökumenischen Arbeitsgemeinschaft, Pfarrer Manfred Jung sowie die Pastoralreferenten Andreas Kamphausen und Wolfgang Sybrandi in einem Pressegespräch Auskünfte über ihre Tätigkeit für die Menschen im Notfall.

Das Angebot wurde möglich, weil Mitarbeiter beider Kirchen und Ehrenamtliche bereit waren, sich über ihre sonstige Tätigkeit hinaus zu engagieren. 48 Einsätze im Jahr 2002 und 61 im vergangenen Jahr wurden bislang dokumentiert.

Ob im medizinisch häuslichen und außerhäuslichen Bereich, bei Unfällen, bei Selbsttötungen, plötzlichem Kindstod, Brand oder dem Überbringen von Todesnachrichten: Die Notfallseelsorger haben Zeit für die Betroffenen, können zuhören, trösten und lassen sie nicht allein. Manchmal übernehmen sie auch die Betreuung der Einsatzkräfte selbst, damit sie gelegentlich belastende Erlebnisse bewältigen zu können.

Notfallseelsorger wollen nicht belehren oder missionieren, sie fragen nicht nach Konfessionszugehörigkeit, arbeiten unaufdringlich und verschwiegen. Ihr Hilfsangebot gilt jedem. Sie selbst bilden sich ständig fort, wobei den Koordinatoren auch die Fürsorge für ihre Mitarbeiter obliegt.

Die Notfallseelsorger sind speziell geschult im Umgang mit Verlust- und Trauersituationen, suizidalen und anderen existenziellen Krisensituationen oder Schock- und Traumareaktionen und bilden inzwischen ein verlässliches Glied in der „Rettungskette”. Sie möchten bei der Bevölkerung bekannter werden, um den Menschen vermittelnd weiterhelfen zu können und zeigen, dass Kirche in Krisensituationen begleiten kann und will.

Sie werden jeweils von Einsatzkräften, zum Beispiel Notärzten, angefordert und über die Kreisleitstelle alarmiert, sind allerdings nicht für Aushilfen in den Kirchengemeinden zuständig.

Wer mehr über die Einrichtung und ihre Arbeit wissen möchte, kann Informationen auch im Internet erhalten.