Heinsberg-Kark: Ein Gesangsensemble der Extraklasse aus den Niederlanden

Heinsberg-Kark : Ein Gesangsensemble der Extraklasse aus den Niederlanden

Nicht selten stehen Besucherresonanz und Niveau der Veranstaltungen im krassen Missverhältnis.

Wäre das Jahreskonzert des Mandolinenorchester Karken richtig gewürdigt worden, die Bürgerhalle wäre zu klein gewesen. Nicht nur dass das Mandolinenorchester, das die „Edelweiss-Club-Zeit” weit hinter sich gelassen hat, mit zeitentsprechenden Bestleistungen aufwartete, es präsentierte zudem eine hoffnungsvolle Sopranistin und vor allem ein Gesangsensemble der Extraklasse aus den Niederlanden. „RedRill” lautet der Name der Schinfelder Gruppe.

Ihre Heimat ist der bekannte Anton Krovivsek-Meisterchor, der im Übrigen noch in einer Shanty-Gruppe einen weiteren Ableger hat. Die RedRill-Sänger üben zu Hause, was das Zeug hält. Margreet Wesseling führt die Singers mit leichter Hand und kleinen Gesten. Wenn sie sich ans Piano setzt, kommt das einer Offenbarung gleich.

Es ist nicht nur der Gesang mit dem die RedRill-Singers, die auf den zwölften Mann verzichten mussten, voll überzeugten, es war auch die Präsentation, die nie stocksteif war. Mit sparsamen Effekten unterstrichen sie das Gebotene. Was sie singen? Alles, was Spaß macht. Schinfelder Dialekt vom Hexenschuss als Folge der Arbeit oder Sjangs-Schinken, denen Krovivsek das entsprechende Arrangement verpasste, gehörte ebenso dazu wie Schubert, und das große Feld der Folklore und als Ferment die attraktive Close Harmony.

Appropos Harmonie. Man muss lange suchen, um auf eine so perfekt aufeinander abgestimmte Gesangsharmonie zu treffen. Zwei diesseits der Grenze wohnende Mitglieder gehören dem Chor an. Darunter Mathias Schiffelers, der als bewährter Solist häufig in hiesigen Chören sang und eng mit Andrea Höerkens zusammenarbeitet. Aus Würselen kam die angehende Musicalsängerin Alishia Funke, 20 Jahre jung, die in Wuppertal klassischen Gesang studiert.

Angesichts solcher „Stargäste drohte das Karkener Orchester etwas in den Schatten zu geraten. Ganz im Gegenteil imponierte es aber mit feinster Zupfmusik, wobei sich abwechselnd die Mandolinen und die Gitarre hervortaten und die ganze Bandbreite der Dynamik offenbarten.