Ein Fußball bringt 37 Cent Arbeitslohn

Ein Fußball bringt 37 Cent Arbeitslohn

Erkelenz (an-o/hewi) - Im Rahmen eines zweijährigen berufsvorbereitenden Projektes präsentierten die Neuntklässler der Erkelenzer Hauptschule ihren Mitschülern die Ergebnisse ihrer Arbeit zum Thema "Globalisierung".

Die rund 400 Mitschüler der siebten bis zehnten Klasse erwartete ein informatives Programm unter dem Titel "Kinder ohne Grenzen". Spielerisch wurden ihnen dabei beispielsweise die Zusammenhänge zwischen ihrem eigenen Konsumverhalten und der Kinderarbeit in Billiglohn-Ländern vermittelt. Dazu wurden selbstgedrehte Videofilme und kleine Theaterstücke präsentiert.

An jeder Station der Ausstellung konnten Aufgaben gelöst werden, für die man Wertmarken bekam. Als Belohnung winkte am Ende ein kühler Drink oder ein kleiner Bananen-Imbiss. So erfuhren die Schüler auch, dass rund 80 Prozent der in Deutschland gekauften Fußbälle in Pakistan hergestellt werden, oftmals in Kinderarbeit. Nur 37 Cent bekommt der Arbeiter für den handgenähten Ball, an dem er rund drei Stunden arbeitet. Das waren Aussagen, mit denen die jungen Besucher etwas anfangen konnten. Und darum geht es den Mitarbeitern des Fördervereins "Pfeil e. V.".

Darüber hinaus sei es wichtig, so die Vorsitzende Dr. Michaela Emmerich, "gemeinsam mit den Jugendlichen berufliche Perspektiven in globaler Verantwortung zu erarbeiten". Die Berufspraxis haben die Schüler bei Unternehmen in der Region kennen gelernt. Unterrichtsstunden und schulische Veranstaltungen rundeten das vor zwei Jahren gestartete Projekt ab. Ein Höhepunkt wird im September die zweiwöchige Reise einer Gruppe Schüler nach Estland sein.

Beim Test durchgefallen

Einen "Eignungstest" für unterbezahlte Arbeit konnten die Schüler auch absolvieren. Dabei mussten in fünf Minuten Paierhüte und Hemden gefaltet, Fäden eingefädelt und Streichhölzer sortiert werden. Professor Hansjosef Buchkremer, der das Projekt in Erkelenz maßgeblich betreut, würde in Pakistan keinen Billigjob finden, er war elf Sekunden zu langsam. Zum Glück hat er ja noch seinen Lehrauftrag in Köln.