Initiative „Pulse of Europe“: Ein flammender Appell für Europa

Initiative „Pulse of Europe“ : Ein flammender Appell für Europa

Einen flammenden Appell für ein starkes Engagement jedes einzelnen Bürgers zum Erhalt der Europäischen Union brachte Dr. Daniel Röder als zweiter Redner der Sparkassen-Gespräche 2018 zur „Lage der Demokratie in Deutschland und Europa“ mit nach Heinsberg.

„Europa braucht uns, weil wir Europa brauchen!“ So hatte der Impulsgeber und Gründer der inzwischen europaweit aktiven Initiative „Pulse of Europe“ seinen Vortrag überschrieben.

Europäischer Pulsschlag

Fast eine Dreiviertelstunde lang warteten die rund 200 Zuhörer geduldig, bis der Referent nach Bahnproblemen bei seiner Anreise in Heinsberg eintraf. „Der Kreis Heinsberg liegt im Herzen Europas und ist mit Europa vielfältig verbunden“, erklärte Thomas Giessing, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse, in seiner Begrüßung. Dennoch müsse man sich Sorgen machen. Mit Blick auf die Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2019 würden sich die Nationalisten schon in Stellung bringen. Röder engagiere sich gegen dies europafeindliche Stimmung. „Er will, dass der europäische Pulsschlag spürbar wird“, sagte Giessing.

„Ich bin kein Experte, nicht mehr als Sie auch“, betonte Röder gleich zu Beginn seiner Rede, in der er die Zuhörer auf sehr packende Art und Weise mitnahm in sein pro-europäisches Engagement der vergangenen zwei Jahre.

Mit dem Tag nach der Wahl von US-Präsident Donald Trump begann er seinen Bericht. Da sei er — nach Brexit-Referendum einige Monate zuvor und dieser aktuellen Wahl sowie mit den 2017 bevorstehenden Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich mit drohendem Rechtsruck im Blick — gemeinsam mit seiner Frau sicher gewesen, etwas unternehmen zu müssen. Röder berichtete eindrucksvoll von den Planungen für die erste Demonstration am 27. November 2016, zu der er und seine Frau ausschließlich per E-Mail aufgerufen hätten und der schon 200 Menschen gefolgt seien. Ab Mitte Januar 2017 habe man sich dann jede Woche sonntags um 14 Uhr getroffen, in immer mehr Städten. „Da hat uns eine Welle überrollt, die wir so nicht erwartet hatten.“ Vor der Frankreich-Wahl hätten sich rund 70.000 Menschen in Europa beteiligt.

Mit Blick auf rechte Tendenzen in mehreren weiteren europäischen Staaten machte Röder deutlich, wie wichtig die Initiative auch weiterhin sei. Problem sei nämlich, dass es keine europäische Öffentlichkeit gebe. Dringend benötigt werde eine europäische Medienlandschaft, eine europäische Zivilgesellschaft, sagte er. „Wir haben eine Aufgabe zu erledigen. Die schaffen wir nur, wenn wir schnell unsere Trägheit ablegen“, appellierte er an jeden einzelnen im Saal, sich für Europa zu engagieren. Im Mai 2019 würden die Rechten ihre Kohorten zu den Wahlurnen schaffen. Da sei es wichtig, dass jeder EU-Bürger zur Wahl gehe. „Sonst wird die EU von innen ausgehöhlt von ihren Feinden“, so seine Prognose.

Gruppe im Kreis Heinsberg?

Mit einer dreiminütigen Bilderschau verdeutlichte Röder die bisherigen Aktivitäten von „Pulse of Europe“, die sich inzwischen auf viele Staaten ausgedehnt haben. Er warb für Fördermitglieder und regte schließlich auch die Gründung einer Gruppe für den Kreis Heinsberg an.

(anna)
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