Kreis Heinsberg: Ein Eimer als Mitgift und Atemschutz für Pferde: Besuch im Feuerwehrmuseum

Kreis Heinsberg : Ein Eimer als Mitgift und Atemschutz für Pferde: Besuch im Feuerwehrmuseum

Hätten Sie‘s gewusst? „Jeder Mann musste früher als Mitgift einen Ledereimer mit in die Ehe einbringen“, verriet Dieter Kreutzer, seit 2017 Präsident des Vereins Rheinisches Feuerwehrmuseum in Erkelenz-Lövenich und seit 1970 Feuerwehrmann mit Leib und Seele, als er Abonnenten unserer Zeitung bei einem Rundgang unter anderem auch uralte Eimer aus Leinen, Holz und eben auch Leder präsentierte.

Mit ihnen bildeten die Wehrleute einst Menschenketten, um dann mit Hilfe der mit Wasser gefüllten Eimer Brände zu bekämpfen.

Sogar eine Atemschutzmaske für Pferde konnte Dieter Kreutzer im Feuerwehrmuseum präsentieren.

Mehrere Tausend Exponate

Einsteigen in Feuerwehrautos durften die großen Museumsbesucher ebenso ...

Wer sich für die Feuerwehr und deren Historie interessiert, der ist an der Lövenicher Hauptstraße 23 genau an der richtigen Adresse. Dort sind im Rheinischen Feuerwehrmuseum mehrere Tausend Exponate zu entdecken. Hervorgegangen ist das Museum aus der privaten Sammlung von Peter Höpgens, der jahrzehntelang intensiv Gerätschaften und viele andere Dinge rund um die Feuerwehr gesammelt hatte. 1988 wurde die Sammlung von der Stadt Erkelenz erworben. In einem Gebäudekomplex, der aus einem ehemaligen Wohnhaus und der Halle einer früheren Reparaturwerkstatt eines Landmaschinenhandels besteht, fand das früher in Höpgens‘ Privathaus untergebrachte Museum seine Heimat.

... wie die kleinen Museumsbesucher, die in der Spielecke besonders viel Freude hatten.

In dem Museum — vor gut zwei Jahren unglücklicherweise selbst von einem Brand betroffen — dominiert natürlich die Farbe Rot. Vor allem beim Blick auf die Fahrzeugflotte, die von einem betagten Handwagen über den Nachbau eines Löschfahrrades aus dem Jahr 1900 bis zu den rund 20 Großfahrzeugen reicht. Da ist der eine oder andere Wagen aus heimischen Gefilden wie zum Beispiel eine Drehleiter des früheren Glanzstoff-Werkes in Oberbruch (Baujahr 1935) genauso zu sehen wie ein Fahrzeug der Marke Garant aus DDR-Produktion mit einem Wappen der „Vorbildlichen Freiwilligen Feuerwehr“ auf der Fahrertür.

370 Kopfbedeckungen aus aller Welt sind ausgestellt — vom Kommandantenhelm aus Oberingelheim (1900) bis zu einem Paradehelm aus Chile (1978), um nur zwei Beispiele zu nennen; aber auch die Awacs-Feuerwehr aus Geilenkirchen-Teveren ist da vertreten. Bei der Bekleidung reicht das Spektrum vom schweren Hitzeschutzanzug bis zur schmucken Uniform des früheren Kreisbrandmeisters Paul Savoir. Rund 1500 Ärmelabzeichen werden in Stahlschränken verwahrt.

Dem für Wehrleute überlebenswichtigen Thema Atemschutz ist gleich ein ganzer Raum gewidmet. Und siehe da: Sogar für die Pferde, die einst die Feuerwehrgerätschaften zum Einsatzort ziehen mussten, gab es spezielle Atemschutzmasken.

Ein Herz für Kinder

Ein Herz haben die Macher des Museumsvereins für Kinder. Für sie steht in einer Spielecke ein großes Holzfeuerwehrauto, das von einer Kindergartengruppe den Namen „Feuerrotes Tütata“ erhalten hat. Und damit zum Beispiel die Feier eines Kindergeburtstags ganz im Zeichen der Feuerwehr auch wirklich stilecht verläuft, gibt es für die kleinsten Besucher auch passende Uniformjacken und Helme. Kein Wunder, dass das Museum sich schon 1998 über eine Urkunde mit der Anerkennung als „kinderfreundlich“ freuen durfte.

(disch)