Kreis Heinsberg: Ein deutscher Zeitzeuge: Hartmut Richter wieder zu Gast in Schulen

Kreis Heinsberg : Ein deutscher Zeitzeuge: Hartmut Richter wieder zu Gast in Schulen

Auf Einladung des VdK-Ortsverbandes Selfkant kommt Hartmut Richter bereis zum zwölften Mal in den Kreis Heinsberg, um in Schulen der Region als Zeitzeuge zum Thema „Neue deutsche Geschichte“ zu referieren.

Hartmut Richter — im Januar 1948 in Glindow bei Werder geboren — gilt als unermüdlicher Aufklärer über die Missstände des DDR-Regimes. Er berichtet vom Umgang des ­Regimes mit Opposition und Widerstand, anschaulich gemacht durch seine eigenen Erlebnisse. Richter, 1966 zunächst bei einem Fluchtversuch verhaftet, dann aber durch den Teltow-Kanal schwimmend doch nach West-Berlin geflüchtet, war in den 70er Jahren als Fluchthelfer aktiv.

Nach einer Amnestie für Republikflüchtige holte er über die Transitstrecken Freunde und Verwandte aus der DDR. 1975 wurde er jedoch verhaftet und wegen „staatsfeindlichen Menschenhandels“ zur Höchststrafe von 15 Jahren verurteilt. 1980 — nach mehr als fünf Jahren im Gefängnis — wurde er von der Bundesrepublik freigekauft. Noch nach seiner endgültigen Ausreise nach West-Berlin verfolgte ihn die Stasi weiter.

Seit 1999 ist Richter Besucherreferent in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen in den Räumlichkeiten der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit der DDR. Sein Schicksal wurde unter anderem in dem Dokumentarfilm „Zersetzung der Seele“ von Nina Toussaint und Massimo Iannetta (Belgien/Deutschland 2002) dargestellt.

In der kommenden Woche wird Richter sieben Schulen im Kreis Heinsberg besuchen: am Montag die Schule am Grenzlandring in Wegberg, am Dienstag das Berufskolleg Wirtschaft in Geilenkirchen und die Hauptschule in Oberbruch, am Mittwoch das Gymnasium in Hückelhoven und die Betty-Reis-Gesamtschule in Wassenberg sowie am Donnerstag die Hauptschule in Hückelhoven und die Hauptschule in Erkelenz.

(red)
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