Aachen: Drohen Abstriche beim Bürgerservice?

Aachen : Drohen Abstriche beim Bürgerservice?

Während Politik und Verwaltung in der Städteregion aufgrund der angespannten Finanzlage am restriktiven Personalkurs festhalten, sieht der Personalratsvorsitzende Franz-Josef Loch die Beschäftigten angesichts steigender Krankenzahlen an der Belastungsgrenze.

„Wir verzeichnen eine nie da gewesene Steigerung von Krankmeldungen, deren Dauer sich zudem verlängert”, sagt Loch, der vor dem Hintergrund des jahrelangen Stellenabbaus bilanziert: „Wenn man einen Motor permanent bei Tempo 140 im zweiten Gang fährt, darf man sich nicht wundern, wenn der Motor kaputtgeht.”

Wurden bereits zu Zeiten der Kreisverwaltung und im ersten Jahr der Städteregion zahlreiche Stellen eingespart, hatte der Städteregionstag im vergangenen März beschlossen, die Personalkosten bis 2013 auf dem Niveau von 2010 einzufrieren. Dies bedinge eine Stelleneinsparung von 36 Stellen, meint Loch und fügt an: „Eine Tatsache, die auf die Beschäftigten zusätzlichen Druck ausübt angesichts der Entschlossenheit, möglichst die bisherigen Standards im Bürgerservice nicht zu senken.”

Zwar hat der Personalratschef Verständnis für die finanziellen Zwänge, doch er mahnt zugleich Lösungen an. „Wenn man sagt, dass man das Korsett der gedeckelten Personalkosten nicht ablegen kann, dann müssen etwa Aufgaben nicht mehr oder nicht mehr in bisheriger Form wahrgenommen werden.” Mögliche Abstriche sieht er beispielsweise beim Bürgerservice: „Vielleicht müssen die Menschen wieder mit längeren Wartezeiten im Straßenverkehrsamt rechnen.” Jedenfalls sei das vorgesehene Planstellenkontingent 2011 „so knapp kalkuliert, dass es schwer fallen wird, die Aufgabenerfüllung insgesamt sicherzustellen”.

Am kommenden Donnerstag stimmt der Städteregionstag über den Stellenplan für das nächste Jahr ab, der mit den Ausnahmen Hartz-IV-Jobcenter und Amt für Altenarbeit weiter gedeckelt bleiben soll. Insgesamt sieht der Plan rund 1400 Stellen mit einem Kostenvolumen von rund 72,4 Millionen Euro vor. Bereits seit Jahren werden freiwerdende Stellen für ein Jahr nicht neu besetzt.