Kreis Heinsberg: DRK stellt Arbeit in Erstaufnahmeeinrichtungen vor

Kreis Heinsberg : DRK stellt Arbeit in Erstaufnahmeeinrichtungen vor

Bei Informationsveranstaltungen für Interessierte und hilfsbereite Ehrenamtliche hatten aktive Helfer sowie ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) die einzelnen Arbeitsbereiche in der Erstaufnahmeeinrichtungen in Heinsberg und in Geilenkirchen vorgestellt.

Dabei bekundeten viele der insgesamt rund 40 Besucher ihre Bereitschaft, sich bei Essens-, Hygiene- oder Kleiderausgabe sowie Kinder- oder Freizeitbetreuung einzubringen und trugen sich in Listen ein.

Inzwischen seien mit Hilfe der Ehrenamtlichen belastbare, tragende Strukturen für die drei Flüchtlingscamps in Heinsberg, Geilenkirchen und Erkelenz geschaffen, erklärte DRK-Geschäftsführer Lothar Terodde. Die Ernennung des bisherigen Einsatzleiters von Geilenkirchen, Karsten Cohnen, zum Gesamtleiter stellt eine Maßnahme dar, mit der das DRK die Koordination zwischen den Einrichtungen optimieren will.

Er wird die einzelnen Campleiter unterstützen. „Unsere Aufgabe ist es, den Menschen einen möglichst entspannten Aufenthalt zu bieten“, führten beide aus. Informationen aus den Heimatländern und zu örtlichen Begebenheiten zugänglich zu machen gehöre ebenso dazu wie Registrierung und — seit Neuestem von der Landesregierung angewiesen — Erstuntersuchung zu organisieren. Die Erfahrungen sollen untereinander ausgetauscht und dadurch die Verhältnisse weiter verbessert werden.

Dabei gibt es bereits Überlegungen, wie das Engagement mittel- und langfristig ausgerichtet werden kann. Integration durch Deutschkurse, Sprachcafés, Einbindung von Vereinen und Schulen sowie Patenschaften sind angedacht und befinden sich zum Teil bereits in Planung.

„Die Netzwerkarbeit läuft beispielsweise durch Teilnahme an Runden Tischen der unterschiedlichen Organisationen, Institutionen und Vereine, die sich im Kreis Heinsberg in der Flüchtlingsarbeit engagieren“, erklärte Ehrenamtskoordinatorin Ira Stormanns, die als Ansprechpartnerin für ehrenamtliche Helfer beim DRK im Einsatz ist. Somit werden zusätzliche Strukturen für die zukünftige Arbeit vorbereitet.

„Die Aufgaben sind quasi in der Nacht über uns gekommen und die Hürden groß, die es zu überwinden gibt“, fasste Lothar Terodde die Situation zusammen. „Eigenes Engagement und ehrenamtliche Einbindung im niedrigschwelligen Bereich scheinen uns dabei der richtige Zugang zu sein.“

Die große Dankbarkeit der vom DRK betreuten Flüchtlinge stellten Stormanns, Kohnen und Terodde ebenso heraus wie die enorme Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. Hilfe sei aber nach wie vor dringend nötig — vor allem fehlten überall arabisch und deutsch sprechende Dolmetscher oder Menschen, die der paschtunischen Sprache und Farsi, die in Afghanistan gesprochen werden, mächtig sind.