Kreis Heinsberg: DRK rüstet sich für Aufgaben der Zukunft

Kreis Heinsberg : DRK rüstet sich für Aufgaben der Zukunft

Das Deutsche Rote Kreuz im Kreis Heinsberg rüstet sich für die Aufgaben der Zukunft. So will der DRK-Kreisverband sein Engagement im sozialen Bereich ausbauen und dabei auch neue Wege beschreiten. Vorsitzender Dr. Michael Vondenhoff und Geschäftsführer Lothar Terodde erläuterten die zukünftige Ausrichtung einem Pressegespräch in der Erkelenzer Kreisgeschäftsstelle des DRK.

Die Planung bezeichnete ­Terodde, der seit fünf Jahren an Bord ist, als Weichenstellung für die 2020er Jahre. Der Geschäftsführer sprach von einer „spannenden Zeit“.

Sie beginnt mit der Loslösung von bisherigen Aufgaben in der Flüchtlingsarbeit und Neuorientierung hin zu einem Quartiersmanagement vor Ort. Nach den Anforderungen in der ersten Phase der Flüchtlingsarbeit und der Übernahme der Organisation von Notunterkünften geht es nun um die Begleitung von Integration. Da kommen die Kristallisationspunkte gegen Armut durch Integration (KAI) ins Spiel, die in Heinsberg, Gangelt-Birgden, Erkelenz und ­Hückelhoven geschaffen wurden. Diese Angebote richten sich nicht nur an Menschen mit Fluchthintergrund, wie Terodde betonte. „Wir wollen Angebote für alle Menschen schaffen, die dort leben“, erläuterte er.

In Hückelhoven gehört auch das Repair-Café zu diesen Angeboten, das auch als Treffpunkt für Bewohner des Flussviertels genutzt wird. Andere Projekte wie die mobile Suppenküche in Zusammenarbeit mit der Tafel oder der rollende Tante-Emma-Laden für die Grundversorgung von Senioren oder in der Mobilität eingeschränkten Menschen auf den Dörfern stehen in den Startlöchern.

Im Bereich der Jugendarbeit ist das DRK vor Ort mit der Aktion „Pimp dein Viertel“ in Hückelhoven angetreten; weitere Orte sollen folgen. Darüber hinaus findet in Brachelen auch in diesem Sommer wieder ein interkulturelles Zeltlager statt. Mit einem Zirkus-Projekt soll Ostern 2019 in Hückelhoven wieder Neuland betreten werden.

Neuland betritt das DRK auch im Bereich der Kinderbetreuung. In Wassenberg-Birgelen will der Kreisverband in Kooperation mit einem Investor einen Kindergarten errichten, der im kommenden Jahr mit vier Gruppen an den Start gehen soll. Der Bauantrag ist gestellt, das Personal wird gesucht. Das sei eine Premiere im Kreis, wie Terodde betonte. Geplant ist ein Betrieb mit sechs Gruppen, weitere Einrichtungen sollen folgen.

Der Vorsitzende Dr. Michael Vondenhoff betonte, dass diese Aufgaben nur durch Kooperationen mit anderen Institutionen auf Kreisebene bewältigt werden könnten. Neben dem Kreissportbund sind dies Schulen, Kommunen und andere Hilfsorganisationen. Es sei sinnvoll, Kompetenzen und Fähigkeiten zu vereinen, um bestimmte Angebote schaffen zu können, erklärte Terodde.

Pläne ohne Ehrenamtler nicht zu realisieren

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Rechnung ist das Ehrenamt. Ohne die Hilfe von Ehrenamtlern sind die besten Pläne nicht zu realisieren. Deshalb gibt es am kommenden Samstag in Erkelenz auf dem DRK-Gelände erstmals einen Marktplatz Ehrenamt, bei dem sich das DRK mit seiner Vielfalt an Möglichkeiten präsentieren will. Gezielt sollen Interessierte angesprochen werden, die vielleicht sonst kaum Berührungspunkte mit dem Roten Kreuz haben. Auch mit dieser Art der Selbstdarstellung betritt das DRK Neuland. Landesweit habe es eine solche Veranstaltung noch nicht gegeben, erklärten Vondenhoff und Terodde. „Wir wollen Menschen für das Ehrenamt beim DRK begeistern“, so Kreisgeschäftsführer Lohar Terodde.

Personelle Einsparungen werde es deswegen aber nicht geben. Im Rahmen der Flüchtlingsarbeit war die Zahl der festen Mitarbeiter vor zwei Jahren kurzfristig von 110 auf 160 gestiegen. Mittlerweile seien diese Stellen aber wieder planmäßig abgebaut worden, erklärte Terodde. „Dies war bei Abschluss der Zeitverträge bekannt“, erklärte er. Wirtschaftlich sieht sich das DRK „nach acht eher schlechten Jahren“ wieder auf einem guten Kurs. Die Konsolidierungsphase, die im vorigen Jahr begonnen habe, werde Mitte 2019 abgeschlossen sein, erklärte Terodde.

(hewi)