Kreis Düren: Drei Länder gegen Alkohol und Drogen am Steuer

Kreis Düren : Drei Länder gegen Alkohol und Drogen am Steuer

Wie bitter nötig die Alkohol- und Drogenkontrollen der Polizei im Straßenverkehr sind, wurde am Montag bei einer Aktion in Düren deutlich. Nach einem Fortbildungs-Vortrag bei der Kreispolizeibehörde Düren für Beamten aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden haben die Ordnungshüter ihr neues Wissen bei Kontrollen sofort in die Tat umgesetzt und haben dabei reichlich Anschauungsmaterial gefunden - ein erschreckendes Ergebnis.

Bereits zum dritten Mal hielt eine Beamtin des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW (LAFP) in der hiesigen Behörde einen Vortrag über das Erkennen und Kontrollieren von alkoholisierten und unter Drogeneinfluss stehenden Verkehrsteilnehmern. Neben Polizisten aus den benachbarten Behörden Aachen, Heinsberg, Euskirchen sowie der Autobahnpolizei Köln fanden sich auch interessierte Beamte der niederländischen sowie belgischen Polizei ein. Nach dem Vortrag wurde das soeben Besprochene eifrig in die Tat umgesetzt. Der Parkplatz eines leer stehenden Firmengebäudes im Industriegebiet "Im Großen Tal" wurde genutzt, um Fahrzeuge aus dem über die B 56 in Richtung Autobahn fließenden Verkehr anzuhalten und näher in Augenschein zu nehmen. Eine Beeinträchtigung des Verkehrsflusses musste hierbei in Kauf genommen werden, was jedoch angesichts der Kontrollergebnisse durchaus gerechtfertigt scheint.

Im Zeitraum zwischen 13 Uhr und 15:30 Uhr zogen etwa Polizisten der Kontrollaktion zahlreiche Fahrer aus dem Verkehr, deren Verfassung Anlass zu weiteren Maßnahmen lieferte. Insgesamt wurden gegen neun Personen Verfahren eingeleitet, weil sie unter dem akuten Einfluss berauschender Mittel standen. Drogenvortests hatten diesen Umstand angezeigt, woraufhin die betroffenen Personen zur Polizeiwache gebracht wurden, wo ihnen von einem Arzt eine Blutprobe entnommen wurde. Deren Auswertung wird später Aufschluss über die Fahrtüchtigkeit liefern und auch bei einem eventuellen Gerichtstermin als Beweismittel angeführt werden.

Einer der Betroffenen machte zusätzlich freiwillig Angaben über das Vorhandensein von Betäubungsmitteln in seiner Wohnung in der Städteregion Aachen und erklärte sich mit einer Durchsuchung seines Zuhauses einverstanden. Die genaue Menge der später aufgefundenen und beschlagnahmten Drogen muss noch ermittelt werden.

Auch ein Verstoß gegen das Waffengesetz wurde registriert, da ein Verkehrsteilnehmer ein verbotenes Messer mit sich führte. Nicht nur die zweibeinigen Beamten zeigten am Montagnachmittag vollen Einsatz, auch Rauschgiftspürhund Clint wurde zur Durchsuchung zweier Autos hinzugerufen. Seine Spürnase konnte jedoch keine weiteren Drogen ausfindig machen.

Die Idee zu einer derartigen gemeinsamen Veranstaltung war entstanden, als Wolfgang Heimbach, Leiter der Direktion Verkehr der KPB Düren, bei der letzten Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Polizeien in der Euregio Maas-Rhein (kurz NeBeDeAgPol) das bereits erprobte und bewährte Dürener Konzept vorstellte und Interesse weckte. Die grenzüberschreitende Kooperation soll der Sicherheit der Bürger dienen und eine polizeiliche Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg optimieren. "Wir in Düren halten an unserem Konzept fest und freuen uns, dass sich auch andere Behörden sowie die Kollegen aus Belgien und den Niederlanden daran beteiligen. Die hohe Anzahl der unter Drogeneinfluss stehenden Verkehrsteilnehmer, die wir heute in dieser kurzen Zeit ausfindig machen und außer Gefecht setzen konnten, bestätigt uns in unserem Vorgehen", so Polizeioberrat Heimbach.

Die Polizei wird auch zukünftig derart groß angelegte Kontrollen durchführen. Doch auch unabhängig von diesen Einsätzen wird die Bekämpfung alkoholisierter und drogenbeeinflusster Verkehrsteilnehmer konsequent betrieben, weil es sich nach wie vor um eine der Hauptunfallursachen handelt.

(red/pol)