Waldfeucht-Bocket: Drei Jugendorchester vereint bei „Philharmonic West Winds”

Waldfeucht-Bocket : Drei Jugendorchester vereint bei „Philharmonic West Winds”

Wer schafft es schon, knapp 100 Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen bis zu jung gebliebenen Erwachsenen für einen Tag zusammenzuhalten und sie zu motivieren, zu musizieren, was das Zeug hält, außer dem Volksmusikerbund?

Die Besten im Westen - dieser Spruch war mehr als angebracht. Schließlich ist der Raum Heinsberg auf diesem Sektor einmalig, auch wenn sich das noch nicht bis zu allen Schulen herumgesprochen hat. Trotz enger Vernetzung der Kreismusikjugend im Volksmusikerbund mit Schulen ist es noch nicht gelungen, die vielen Blasmusiktalente auch hier zusammenzuführen.

Für Gastgeber Arnd Krekelberg gab es aber nichts Schöneres, als vor einem Orchester dieser Größenordnung zu stehen und nach nur sechs Wochen ein solches Projekt durchzuführen, dessen Niveau mit „super” und „toll” beschrieben wurde.

Trotzdem war das gute Niveau für den Veranstalter nicht das Primäre des Projektes. Das Gemeinschaftsgefühl zählte für den Vorsitzenden des Kreisverbandes des Volksmusikerbundes, Bernd Knoben, noch mehr. Dass die Teilnehmer aus drei Dörfern sich vorher nicht oder kaum kannten, um dann in diesem Projektorchester so überzeugend zusammenzuspielen, war mehr als erstaunlich. Krekelberg: „Der feine Unterschied zum Sport ist der, während man hier gegeneinander spielt, spielt man in der Musik zusammen - ohne geringste Dissonanzen”.

Zum dritten Mal trat das Orchester „Philharmonic West Winds”, ein Projekt der Kreismusikjugend, in Aktion. Nach Effeld, Hilfarth und Straeten beziehungsweise Breberen-Schümm und Horst, waren Birgelen mit dem Dirigenten Michael Dilsen, Waldfeucht mit Gerard Bijlmakers und Bocket mit Tim van Heel beteiligt - mit finanzieller Unterstützung durch einen Energieträger des Kreises. Den ganzen Samstag über fand man in der Bocketer Schule ideale Bedingungen.

Trotzdem war es für den Kreisjugendleiter Stefan van Koert ein stressiger Tag. Er endete mit einem Konzert, ausgerichtet vom Musikverein St. Josef Bocket, das zu Recht in höchsten Tönen gelobt wurde. Schönrederei hatte man absolut nicht nötig. Auch der Wunsch nach einer langen Motivation zum Musizieren schien nicht nur „fromm”. Zum Abschluss des Tages stellten sich die drei Jugendorchester einzeln vor und gaben „Kostproben”, darunter „Heal the world”, mit dem sich Michael Jackson einen festen Platz bei der Musikjugend gesichert hat.

Die Arrangeure wie Ron Sebrigts, Roland Kernen und Paul Murtha wissen genau, womit sie die Jugend musikalisch anturnen können. Ihr Breitengeschmack steht nun auf Rock und Pop und schert sich nicht um die „Bewertung”, namentlich, wenn streng zwischen U- und E-Musik unterschieden wird. Das sieht man außerhalb unseres Landes schon längst anders. Ein Lenny Bernstein hätte „Olympic dream”, „The Gladiators” und „Hunchback of Notre Dame” vorbehaltlos zugestimmt, weil für ihn das Wie ausschlaggebender war.

Darum kann man sich nur wünschen, dass die Jugend, die ganz unter sich blieb und ohne „Ehrengäste” auskam, offene Türen findet mit ihrem Engagement für die Musik und den Heimatverein. Hinter der Dominanz des Sport muss sie schon Jahrzehnte herlaufen. Nicht nur, dass der Kreisverband die Kröten mühsam zusammenkratzen musste, um die Finanzierung des Projektes zu gewährleisten. Von einer musizierenden Jugend drohen weder Ausschreitungen noch Gewalttaten. Wer in Bocket war, nahm nur beste Eindrücke mit.