Waldfeucht: Drehen sich in Waldfeucht bald Riesenrotoren?

Waldfeucht : Drehen sich in Waldfeucht bald Riesenrotoren?

Die erste Generation der Rotoren ist in die Jahre gekommen. Jetzt wird repowert, was Breite und Höhe hergeben: Kleinere Windräder werden durch effizientere Riesenanlagen ersetzt. Dies soll auch im Gemeinschaftswindpark Waldfeucht/Selfkant geschehen, wo derzeit 13 Rotoren verschiedenster Höhe und Stärke drehen.

Da die neuen Windräder rund 200 Meter in den Himmel ragen, ist eine Änderung der Höhenbeschränkung und damit des Flächennutzungsplanes erforderlich. Doch ehe es zu diesem Votum kommt, stellte die Firma Frauenrath BauConcept GmbH, die die Änderung beantragt hat, ihre Pläne im Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Waldfeucht vor.

Nach Angaben von Planer Guido Rulands sollen auf Waldfeuchter und Selfkanter Seite insgesamt acht unwirtschaftlich arbeitende Anlagen mit einer Höhe von 100 Metern und einer Betriebszeit von zehn Jahren abgebaut werden, dafür sollen jeweils drei Riesenräder auf beiden Gemeindegebieten installiert werden.

Rulands machte den enormen Leistungsunterschied deutlich: „Die acht alten Windräder schaffen insgesamt eine Leistung von 6,6 MW, drei neue Anlagen kommen auf 9,6 MW.” Zudem erzeuge die neue Generation der 3-Megawatt-Klasse weniger Schall („Grenzwert von 45 dB wird eingehalten”) und weniger Schattenwurf („ein Schattenwurfkalender regelt die Abschaltzeiten”).

Die Grundstückseigentümer könnten mit einem höheren Pachtertrag rechnen. Bau und Betrieb der Anlagen würden der Region eine höhere Wertschöpfung bescheren. Und: Die Gemeinde generiere „signifikant mehr Gewerbesteuereinnahmen”. „Wir haben eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten”, meinte der Planer.

Die Computeranimation an der Wand des Sitzungssaales, die Ist- und Wird-Zustand verglich, brachte dann doch den einen oder anderen Ratsherr angesichts der gigantischen Pinne ins Grübeln. Friedel Nyßen, UBG, befürchtete etwa: „Wir haben jetzt schon sehr viel Schattenwurf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die neuen Anlagen im Bedarfsfall abgeschaltet werden, schließlich sollen die sich für den Betreiber rentieren.”

Auch für den Tourismus, so wurden Klagen laut, seien die imposanten Installationen alles andere als vorteilhaft. Gewiss, räumte der Sprecher ein, wird man die Riesenräder im Bocketer Ortskern sehr wohl sehen.

Ausschussvorsitzender Heinz-Willi Schröders, CDU, regte an, die Waldfeuchter Bürger mit ins Boot zu holen, um durch eine wie auch immer geartete Bürgerbeteiligung eine größere Akzeptanz in der Öffentlichkeit für die Windräder zu erreichen.

Doch zunächst einmal müssen die Planungen und deren Realisierung in trockenen Tüchern sein. Soweit sei man noch nicht, betonte Planer Rulands. Noch wisse man nicht, wie die Gemeinde Selfkant zu dem Projekt stehe; denn sie müsste zudem einer Erweiterung des Konzentrationsfläche auf ihrem Gebiet zustimmen.

Außerdem müssen noch Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt werden, ob diese ihren Acker für einen neuen Standort der Räder zur Verfügung stellen. Und da gibt es noch die Bezirksregierung in Köln, die eine Änderung des Flächennutzungsplanes mit einer 200-Meter-Höhengrenze erst mal genehmigen muss.

Wie meinte ein Sprecher der Firma Frauenrath BauConcept GmbH: „Notfalls müssen wir unsere Pläne überarbeiten.”