Erkelenz: Dosenpfand: Die seltsame Welt des Sammelns

Erkelenz : Dosenpfand: Die seltsame Welt des Sammelns

In den Supermärkten machen große Plakate darauf aufmerksam: Kunden, die Limo, Cola, Wasser oder Bier in Einwegflaschen und Dosen kaufen, zahlen seit Donnerstag drauf - und zwar Pfand.

Dabei sind die Vorgehensweisen allerdings recht unterschiedlich. Jeder Markt hat sein eigenes Pfandsystem. Erst im Oktober soll das Dosenpfand vereinheitlicht werden.

Bis dahin kämpfen sich die Verbraucher durch einen wahren Dschungel von Pfand-Marken, Münzen, Token und Bons. Teilweise können die Pfandflaschen nur in den Geschäften abgegeben werden, wo sie auch gekauft wurden. Verbraucherfreundlich ist das nicht. Immerhin informieren die Märkte selbst bestens über die Neuerung. Mit großen Plakaten und freundlichem Kundenservice sollen die Konsumenten möglichst unkompliziert in das neue System eingeführt werden.

Damit der Kunde genau weiß, wo er dran ist, hat die Kaisers-Kette jedes einzelne Produkt, das ab sofort dem Dosenpfand unterliegt, gut sichtbar gekennzeichnet. „Die Kunden sind noch nicht aufgeklärt, sie wissen nicht, was auf sie zukommt”, begründet der Erkelenzer Marktleiter Winfried Kofferschläger diese Maßnahme. „Wir müssen sie erst dazu erziehen, dass sie die Gefäße wirklich zurückbringen.”

An der Kasse erhält der Dosen-Käufer einen Pfand-Token. Auf dem kreditkartenförmigen Plastik-Bon steht die Pfandsumme. „Wenn der Kunde die Behälter zurück bringt und die passende Anzahl Token an der Kasse abgibt, erhält er sein Geld zurück”, verdeutlicht der Marktleiter. Dabei wird freilich auch überprüft, ob tatsächlich genau so viele Dosen im Sammel-Container landen, wie Wertmarken abgegeben werden. Probleme befürchtet Kofferschläger dabei in seinem Hause nicht.

Optimistisch sind auch die Mitarbeiter des Erkelenzer Penny-Marktes auf der Kölnstraße. Gestern Morgen funktionierte die Abwicklung des Verkaufs einwandfrei. „Wir haben die Kunden seit letzter Woche mit zahlreichen Plakaten im Markt informiert. Die wissen alle Bescheid”, erklärt Christa Dommen, stellvertretende Marktleiterin.

Im Penny-Markt ist zur Rückgabe von Dosen und Flaschen ab sofort der Kassenbon notwendig. Beim Einscannen der Ware wird automatisch der Pfandbetrag auf dem Bon ausgewiesen. Kassenzettel und Flasche können dann gemeinsam zurückgegeben werden. „Wenn der Bon verloren geht, hat der Kunde aber Pech gehabt. Dann gibt es keinen Pfand zurück”, betont Dommen.

Mit Pfandmünzen arbeitet die Supermarktkette „Plus”. Beim Kauf von Einwegflaschen erhält der Kunde die Wertmarke an der Kasse. Das am Donnerstag zunächst eingeführte Plus-System war jedoch nicht gerade im Sinne des Erfinders. Denn zur Pfandrückgabe war lediglich die Pfandmünze notwendig. „Sie erhalten bei Abgabe der Pfandmünze ihr Pfandgeld zurück, egal ob Sie die Verpackung bei uns abgeben oder schon in die Gelbe Tonne / den Gelben Sack geworfen haben”, hieß es auf einem großen Plakat.

Diese Vorgehensweise hat der Diskounter bereits am Vormittag auf Druck der Deutschen Umwelthilfe, die das Verfahren als rechtswidrig bezeichnete, zurückgenommen.