Erkelenz: Diskussionsveranstaltung der FDP zur „Windenergie”

Erkelenz : Diskussionsveranstaltung der FDP zur „Windenergie”

Ob Energiegewinnung durch Windkrafträder „Sinn oder Unsinn” ist, konnte auch bei der Informations- und Diskussionsveranstaltung des FDP-Stadtverbandes Erkelenz nicht endgültig beantwortet werden.

Schnell wurde bei der gut besuchten Veranstaltung in der Erkelenzer Leonhardskapelle deutlich, dass die Auffassungen zur Energiegewinnung weit auseinander liegen - nicht nur durch Windkrafträder.

Allein schon über die Zahlen gab es sehr kontroverse Meinungen. Dr. Gerd Papke, energiepolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion meint, die Energiegewinnung durch Windkraftanlagen sei „schwindend gering. Der Beitrag an Energie der rund 1500 Anlagen in Nordrhein-Westfalen liegt bei unter 1,5 Prozent.”

Außerdem würden die Anlagen nur zu 15 Prozent ihrer Gesamtleistung bringen, da die Windverhältnisse in Nordrhein-Westfalen nicht ausreichend genug seien. Der „CO2-Minderungsprozess” bei der Windenergiegewinnung sei ebenfalls sehr gering.

Dem Widersprach der Pressesprecher der in Erkelenz ansässigen Firma Umweltkontor, Andreas Köster. Die Beiträge durch Windenergie würden bereits bei rund vier Prozent liegen. Ob die Windverhältnisse in Deutschland zu schwach seien, „darüber kann man streiten.”

Dass die FDP aber keine Alternativen außer der Kernenergie biete, kritisierte der Angestellte von Umweltkontor. Außerdem dürfe auch nicht vergessen werden, dass durch Windenergieanlagen etliche neue Arbeitsplätze geschaffen wurden.

Unterschiedliche Meinungen gab es auch über die „Mehrkosten durch Subventionen”. Die Preiserhöhungen auf dem Strommarkt aufgrund der Subventionen für wurden nämlich von einigen Bürgern moniert. „Dass sie die Preiserhöhungen stören, kann ich verstehen”, meinte Köster dazu. Die Preiserhöhung wegen der Subventionen für Windenergie würde für Familien bei etwa fünf Euro im Jahr liegen. „Ich denke, das ist vertretbar.” Diese Zahlen hielt ein Bürger wiederum für falsch.

„Wir bezahlen für alle möglichen Subventionen”, versuchte Papke, die Diskussion wieder zu beruhigen. Ob die Zahlen vertretbar sind, sei Ansichtssache.

Schließlich gab es noch die Frage der „Optik”. Die einen stört es nicht, von Windanlagen umgeben zu sein, andere Bürger jedoch fühlen sich durch die Anlagen massiv gestört. Bürger hätten sprichwörtlich auf den Barrikaden gestanden, weil „quasi über Nacht in ihrer Umgebung gigantische Windkraftanlagen entstanden”, wusste Papke zu berichten. Andere hingegen erfreuen sich an ihrem Anblick: „Besser als Kernkraftwerke”.

Dann gab es noch das Argument, dass gerade in unserer Region Alternativen zur Energiegewinnung durch Braunkohle gefunden werden müsse. Ansonsten käme wieder der Vorwurf, der Stromzahler bezahle seine eigene Vertreibung.

Der FDP Erkelenz stehe mehrheitlich hinter der Meinung der liberalen Kollegen auf Landesebene, verriet Werner Krahe, Vorsitzender des Stadtverbandes. Somit sei die Erkelenzer FDP für einen „Energie-Mix”.

Die Zahlen, die Papke genannt habe, würden für sich sprechen und belegen, dass Energiegewinnung durch Windkraftanlagen in Nordrhein-Westfalen nicht sinnvoll sei, so Krahe. So wie die Situation derzeit sei, wäre es in Ordnung. Doch wenn noch mehr Windkraftanlagen in unserer Region entstehen würden, dann würde die Optik auch die Liberalen stören.

Einige Politiker des Stadtverbandes seien allerdings nicht dieser Meinung, gab Krahe offen zu. Erfreut war er über die Resonanz des Abends, auch wenn nicht unbedingt FDP-Politik „verkauft” wurde.