Hückelhoven: Dieses Mädchen ist ein Hammer

Hückelhoven : Dieses Mädchen ist ein Hammer

Das also soll eine Hammerwerferin sein? Noch dazu die Zweitbeste ihres Jahrgangs in Deutschland? Ein Schwergewicht unter den Leichtathelten ist Lisa Maurer-Fischer rein äußerlich wirklich nicht.

Aber wenn es um das Leistungsvermögen geht, schon: Die 16 Jahre alte Hückelhovenerin belegte vergangene Woche Platz vier bei den Deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften in Berlin.

Traurig, dass nicht doch noch ein Platz auf dem Treppchen rausgesprungen ist? „Och nö. Ich bin zufrieden.” Und was war das für ein Gefühl, bei so einem großen Wettkampf zu starten? „Cool. Es war echt cool.” Lisa sagt das, als im Jugendheim des Glück-Auf-Stadions gerade eine kleine Feier steigt, die die Verantwortlichen des LAV Hückelhoven für sie als Anerkennung ihrer Leistung in Berlin organisiert haben.

„Die Verantwortlichen” - das ist in erster Linie Hans Fischer. Der ist Trainer von Lisa. Und ihr Vater. Gibt´s da nicht schon mal Probleme? Steht einem 16-jährigen, noch dazu hübschen Mädchen nicht auch mal nach etwas anderem der Sinn, als an 20 Tagen im Monat den Hammer zu schwingen oder Runden im Stadion zu drehen? Und dann vom Frühjahr bis zum Spätherbst noch an jedem Wochenende irgendwo in der Republik einen Wettkampf zu bestreiten? „Och nö, das ist schon in Ordnung so”, sagt sie. „Ich hab´ ja ein Ziel.” Na klar, Olympische Spiele 2016. „Nein, oder vielleicht auch. Aber erstmal will ich 2010 zur Jugendolympiade nach Singapur.”

Mit Papa als Trainer? „Ich denke schon. Ich brauch´ keinen anderen Trainer. Ich bleib´ bei meinem Papa.” Der hört´s und lächelt. Aber um das zu schaffen, muss sie noch ein paar Meter drauflegen. Und womöglich auch ein paar Kilo zulegen. Muskelmäßig, versteht sich. „Wir haben ja bislang noch gar kein Krafttraining gemacht”, sagt Trainer/Vater Hans Fischer. Wie? Hammerwerfen ohne Krafttraining? „Ja. Lisa macht alles über die Schnelligkeit beim Drehen. Deshalb laufen wir im Training auch so viel”, sagt der Trainer. Und: „Für´s Krafttraining war es bei Lisa bis jetzt noch zu früh.” Da spricht dann der Vater Hans Fischer.

Aber jetzt wird es Zeit, die Hanteln zu strapazieren, jetzt muss zur Schnelligkeit auch noch die Kraft kommen, damit das was wird mit der Jugendolympiade in Singapur. „Das wird schon”, sagt Lisa. „Dieses Jahr noch werfe ich 50 Meter. Nächstes Jahr werde ich in Rhede Deutsche Meisterin.” Noch Fragen?