Die Woche in Heinsberg: „Streiche” ohne Witz

Die Woche in Heinsberg: „Streiche” ohne Witz

Seit 1. Mai dieses Jahres dürfen laut Landesverordnung in NRW Äste und Grünschnitt nicht mehr verbrannt werden.

Den ein- oder anderen Bürger wirds freuen, weil er sich nicht mehr von entsprechenden Feuerchen auf des Nachbars Grundstück zuqualmen lassen muss.

Grundsätzlich jedoch stellt diese Entscheidung für die ländlische Region und ihre oftmals großdimensionierten Grundstücksparzellen nebst üppiger Bepflanzung ein Problem dar.

Dass vor Jahren - wie beispielsweise im Waldfeuchter Umwelt-Ausschuss angemerkt - gar Zuschüsse an diejenigen gezahlt wurden, die Obstbäume oder Hecken pflanzten, mutet in dem Zusammenhang beinahe als Schildbürgerstreich an.

Die in Waldfeucht gut gemeinte Einrichtung eines Bring-Services zusätzlich zum Abholservice, um der Misere Herr zu werden, kann die Betroffenen da nur wenig trösten. Nicht jeder verfügt schließlich über einen fahrbaren Untersatz, der derlei Transporte ermöglicht.

Ähnliche „Kreativität” wie in Sachen Grünschnitt legt die Landesregierung auch im Hinblick auf ihre Versuche, die eigenen Finanzen zu sanieren, an den Tag.

„Wasserentnahme-Entgelt” lautet das Zauberwort, durch das die Bürger erneut ein Scherflein beitragen mögen.

Natürlich nur zum Besten der Umwelt und somit zu ihrem eigenen. Denn durch die fünf Cent pro Kubikmeter Mehrbelastung sollen sie schließlich zu einem sparsamen und verantwortungsbewussten Umgang mit dem edlen Nass animiert werden.

Wenn es jedoch quasi in einem Atemzug heißt, dass der Verbraucher die Erhöhung kaum spüren werde, stellt sich doch die Frage, warum sich durch die neue „Wassersteuer” ein Lerneffekt einstellen soll.

Die wahre Intention des Vorhabens liegt wohl darin, per Wasserentnahme-Entgelt eine neue Geldquelle zum Sprudeln zu bringen.

Angesichts der Tatsache, dass laut Berechnung des Städte- und Gemeindebundes auf den Einzelnen „nur” zusätzliche Kosten von acht Euro im Jahr zukämen, eine in den Augen der Initiatoren eher schmerzfreie „Wertschöpfung”.

Hier unterliegt die Landesregierung jedoch einem Irrtum, denn auch viele kleine Nadelstiche verursachen am Ende einen großen Schmerz.

Die Bürger sind es leid, sich an allen Ecken und Kanten immer wieder zur Kasse bitten zu lassen mit durchschaubar fadenscheinigen Begründungen.