Die Woche in Heinsberg: Eine Frage der Qualität

Die Woche in Heinsberg: Eine Frage der Qualität

Es ist vielleicht auf den ersten Blick nur ein bürokratischer Verwaltungsakt: die Anteilseigner unterzeichneten im Hückelhovener Rathaus den Gesellschaftsvertrag zur neuen Marketing GmbH.

In Wahrheit werden auf diese Art und Weise jedoch Zeichen gesetzt in der ehemaligen Zechenstadt. Die Gründung einer eigenständigen Gesellschaft dokumentiert, dass hier in Sachen Stadtmarketing und wirtschaftlicher Entwicklung weitgehend unabhängig von politischen Zwängen engagiert zu Werke gegangen werden soll.

Strukturellen Problemen und Kaufkraftverlusten wird sich trotzig und durchaus mit Esprit entgegengestemmt. Natürlich dürfte die Etablierung einer eigenen Gesellschaft, die sich professionell mit dem Marketing der Stadt befasst, auch entsprechende Erwartungen wecken.

Professionalität ist unabdingbar, um gute Qualität zu erzeugen. Das gilt nicht nur fürs Marketing einer Stadt, sondern auch in allen anderen Bereichen. Kein Wunder also, dass sich der bekannte Mime Uwe Friedrichsen, der in Heinsberg Station machte, bei dem Gedanken an so manche Verwendung von „Superlativen” schüttelt.

Wenn heutzutage im Fernsehen geradezu inflationär von „Superstars” die Rede ist, handelt es sich meist nur um von einer profitorientierten Medienindustrie aufgemotzte Marionetten von äußerst beschränkter Haltbarkeit.

Einen nachhaltigen Eindruck sollte allerdings das hinterlassen, was jungen Menschen in den Schulen beigebracht wird. Denn die Fähigkeit, eine fehlerfreie Auflistung sämtlicher Hits von Britney Spears, Christina Aguilera, Justin Timberlake oder der Boyband „Westlife” erstellen zu können, ist keine hinreichende Qualifikation zur erfolgreichen Durchführung einer Berufsausbildung oder eines Studiums.

Dass das Kreisgymnasium Heinsberg auch im Falle einer allgemeinen Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre bis zum Abitur weiter an seiner „Profilklasse” festhalten will, kann daher nur begrüßt werden. Denn gerade bei einer grundsätzlichen Reduzierung von Lehrinhalten gewinnen derartige „Bildungsnischen” noch mehr an Bedeutung.