Die Woche in Heinsberg: Eigene Wege gehen

Die Woche in Heinsberg: Eigene Wege gehen

Das kleine 450-Seelen-Dorf Horst hatte eine Riesenaufgabe zu bewältigen. Sein Musikverein St. Josef richtete das 21. Heinsberger Stadtmusikfest aus.

Hut ab vor diesem Einsatz, Hut ab auch vor dem Mut des 75 Jahre alten Vereins, sich an Traditionen heranzuwagen.

So nimmt der Verein Abschied vom althergebrachten Heimatabend und setzt künftig (noch) stärker auf Musik. Wie sagte der Vorsitzende Dr. Norbert Schippers: Die Jugend prägt, initiiert und beflügelt das Vereinsleben, ihrem Schritt will man sich anpassen.

Ganz auf die Jugend ausgerichtet war auch das Jugendfestival - hier ging der Verein ebenfalls eigene Wege und ließ unter Verzicht auf erdrückende Regularien „der Jugend ihren Lauf”.

Sie hatte für reichlich Diskussionsstoff gesorgt, die jetzt in Wassenberg errichtete Marktsäule, denn als „Schandpfahl” hatte die Idee ihren Ursprung genommnen. Doch vielen Wassenbergern war der Gedanke, einen „Pranger” wiederzuerrichten, nicht gerade angenehm und so schlugen sie einen neuen Weg ein.

Die jetzige Marktsäule, ein Geschenk des Ehrenbürgers Hanns Heidemanns, symbolisiert alte Werte, die es auch heute und künftig zu bewahren gilt - Freiheit, Recht, Einigkeit. Und sie zeigt, dass Wassenberg einst ein pulsierender Marktflecken war. So kann die Säule auch als aktuelle Zielvorgabe, die heimische Wirtschaft zu stützen und zu stärken, betrachtet werden.

Superminister Wolfgang Clement hatte mit seinem Vorschlag, als Wirtschaftshilfe über die Abschaffung von Feiertagen nachzudenken, für Aufregung gesorgt. Eine Blitzumfrage ergab, dass die meisten am ehesten auf den Fronleichnamstag verzichten würden; die meisten wissen wohl auch gar nicht mehr, worum es geht - um die Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus beim letzten Abendmahl.

Kaum noch praktiziert wird das Brauchtum der Fronleichnamsprozession - das öffentliche Bekenntnis der Gemeinde zur Nähe Gottes. Vielerorts sicher nicht mehr „zeitgemäß”, anders in der Region Heinsberg: So gehen beispielsweise die Gemeinden in Karken und Haaren diesen Weg auch heute noch.

Der Selfkant hat ihn gefunden - seinen „Suppenstar”. Der Star ist eine Frau und heißt Petra Zaunbrecher; ihr Siegerrezept ist die „Tomatensuppe mit Krabben”. Nochmals herzlichen Glückwunsch von dieser Stelle!

Der „Suppenstar-Wettbewerb” war eine sympathische Idee und zugleich eine Veräppelung des „Deutschland sucht den Superstar”-Wettbewerbs. Zu Recht, denn das, was da als RTL-„Superstar”-Suche präsentiert wurde, war bestenfalls ein Talentwettbewerb.

Stars müssten die Sieger erst noch werden. Ob sie jemals „Super”-Stars werden??? Und jetzt servieren auch noch andere Sender eigene Shows dieser Art, um den vermeintlichen Massengeschmack zu bedienen. Dann lieber noch mehr „Suppenstars” aus dem Selfkant - die servieren wenigstens was Schmackhaftes!