Erkelenz: Die Tage der Dreifachhalle sind gezählt

Erkelenz : Die Tage der Dreifachhalle sind gezählt

Der Abriss der Dreifachsporthalle am Cornelius-Burgh-Gymnasium ist nur noch eine Frage der Zeit. Dass dort jemals wieder Sport betrieben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt mehr als unwahrscheinlich.

Wie berichtet, ist die Halle derzeit gesperrt, nachdem die Stabilität des Runddaches nicht mehr gewährleistet ist. Schulen und Vereine müssen nunmehr auf diese Sportstätte verzichten.

Die Stadt Erkelenz hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, um zu prüfen, welche Vorgehensweise die beste ist. Abriss, Teilabriss oder Sanierung standen zur Diskussion.

Jetzt steht das Ergebnis der gutachterlichen Untersuchung fest: Ohne gravierende Sanierungsmaßnahmen darf die Halle nicht weiter genutzt werden und muss daher gesperrt bleiben.

Wie die Verwaltung ermittelt hat, beträgt der Sanierungsaufwand einschließlich der seit längerem geplanten Sanierung des Hallenbodens und der Sanitäranlagen rund 1,8 Millionen Euro.

Vor diesem Hintergrund muss nach Ansicht der Verwaltung die Frage diskutiert werden, ob eine derartige Summe noch in diese Dreifachsporthalle investiert werden soll, oder ob durch Abriss und Neubau einer Sporthalle der notwendige Bedarf für die Schulen und Sportvereine gedeckt werden soll. Diese Entscheidung muss die Politik treffen.

Nach einer Ermittlung des Schul- und Sportamtes besteht sogar der Bedarf für einen Vierfachsporthalle mit angegliederter Gymnastikhalle.

Diese neue und größere Halle ist sicherlich nicht für 1,8 Millionen Euro zu haben und dürfte doppelt so teuer sein.

In der Verwaltung geht die Tendenz dahin, neu zu bauen. Auf jeden Fall muss der Kämmerer Kredite aufnehmen. Ohne eine Neuverschuldung ist der Bau oder die Sanierung nicht machbar.

Bereits im Mai und im Juni werden sich Schulausschuss, Hauptausschuss und Stadtrat mit dem Problem auseinandersetzen. Ziel ist es dabei, schnellstmöglich eine Entscheidung herbeizuführen, damit Schul- und Vereinssport wieder zügig die notwendigen Hallenkapazitäten erhalten.

Der ehrgeizige Zeitplan im Rathaus sieht vor, zur Wintersaison 2005/2006 die Sporthalle nutzen zu können. Das ist allerdings nur machbar, wenn der Bau „mit heißer Nadel gestrickt wird.”

Mithin werden die Tage der markanten Halle mit dem geschwungenen Dach bald endgültig gezählt sein. Wann genau der Abriss erfolgt und ein Neubau beginnt, steht noch nicht fest. Hier sind Kämmerer, Baudezernat und letztendlich die beschließenden Politiker gefordert.

Sorgen, die über den reinen Schul- und Trainingsbetrieb hinausgehen, dürften auch die Sportvereine haben, die die bisherige Halle für Veranstaltungen nutzen. Vornehmlich Fußballturniere erfreuten sich in der Halle großer Beliebtheit.

Ob eine neue Halle mit einer gleich großen Tribünenkapazität machbar ist, wird noch diskutiert werden. Eine rechtlich bedeutsame Grenze ist dabei eine Zuschauerkapazität von 199. Wird diese Zahl im Hallenbereich überschrittten, müssen zusätzliche Auflagen für Veranstaltungshallen erfüllt werden, die wiederum ins Geld gehen.

Die im Zusammenhang mit den Statikproblemen an der Dreifachsporthalle aufgeführten Bedenken wegen der Stabilität des im gleichen Stil etwas früher gebauten Hallenbades räumt die Verwaltung aus: Die zwischenzeitlich ebenfalls durchgeführte Überprüfung der Dachkonstruktion des Hallenbades hat ergeben, dass hier keine Probleme wie in der Dreifachsporthalle aufgetreten sind, versichert der Bürgermeister.

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