Kreis Düren: Die Perspektiven des ländlichen Raums stärken

Kreis Düren : Die Perspektiven des ländlichen Raums stärken

Der Rasen akkurat geschnitten, die Blumenbeete bunt bepflanzt, die Straßenzüge herausgeputzt: Jahrzehntelang stand die Verschönerung der Heimat im Mittelpunkt des Dorfwettbewerbs. Doch „schöner werden” war gestern und spiegelt sich nicht nur in der Namensänderung des Wettbewerbs wider, der mittlerweile in sein 50. Jahr geht.

Ziel von „Unser Dorf hat Zukunft” ist es, die Perspektiven des ländlichen Raums zu verbessern. Nachhaltige Entwicklungen und das bürgerschaftliche Engagement sind wichtige Elemente des Wettbewerbs, bei dem zukunftsfähige Ideen für die soziale, wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Ausrichtung eines Dorfes im Mittelpunkt stehen.

„Knapp die Hälfte aller Menschen im Kreis Düren leben in Orten, die kleiner sind als 3000 Einwohner”, hebt Margarete Lersch, Projektkoordinatorin im Amt für Kreisentwicklung, die Bedeutung der Dörfer für die Lebensqualität hervor. „Dabei muss man immer von den individuellen Möglichkeiten eines Ortes ausgehen.”

Und die werden auch von den Mitgliedern der Bewertungskommission berücksichtigt, die in den kommenden beiden Wochen 42 Dörfer zwischen Gevelsdorf (Gemeinde Titz) und Düttling (Stadt Heimbach) in Augenscheinnehmen werden. „Es ist die große Kunst zu sehen, welche Möglichkeiten ein Dorf hat, und was die Bewohner daraus machen”, beschreibt sie die Aufgabe der Jury.

Das Zauberwort lautet Eigeninitiative. Aber auch Kooperation. Margarete Lersch nennt als Beispiel Schophoven. Dort wurde im Zuge der tagebaubedingten Umsiedlung der Fußballer von Victoria Pier der Sportplatz reaktiviert, so dass er heute wieder integratives Element der Ortschaft ist. Oder Bergstein: Dort haben die Bewohner verstanden, dass sie den kleinen dörflichen Lebensmittelladen nur dann retten können, wenn sie dort auch einkaufen gehen und dafür sorgen, dass ihn auch Bürger aus Nachbarorten aufsuchen.

Dass Eigeninitiative schnell an ihre Grenzen stoßen kann, ist auch der Projektkoordinatorin bewusst. Deshalb empfiehlt sie, die Last auf möglichst viele Schultern zu verteilen und Prioritäten zu setzen. „Dafür benötigt man natürlich ein Konzept.” Leitbilder und Entwicklungsstrategien sind daher ein erstes wichtiges Bewertungskriterium, bei dem auch die demografische Entwicklung berücksichtigt werden muss.

Darüber hinaus geht es um die wirtschaftliche Entwicklung, um Aktivitäten, die Arbeitsplätze sichern und neue schaffen, das soziale und kulturelle Leben, dabei insbesondere um Angebote und Einrichtungen im sozialen, kirchlichen, kulturellen und sportlichen Bereich, die das Gemeinschaftsleben fördern, aber auch um die Bau- und Grüngestaltung sowie die Einbindung des Dorfes in die Landschaft - immer die Lebensqualität der Bürger im Blick.

Margarete Lersch hat in den vergangenen Wochen jedes einzelne der 42 Wettbewerbsdörfer besucht, hat Tipps gegeben und Vorschläge gemacht, wo die Bürger ansetzen könnten. Entsprechend gespannt ist sie jetzt auf die Umsetzung, die sie mit der Bewertungskommission vom 4. bis 16. Juli unter die Lupe nehmen wird, bevor die Jury sich entscheiden muss, wer für seine Anstrengungen mit Gold, Silber oder Bronze honoriert wird, vor allem aber, wer im kommenden Jahr am Landeswettbewerb teilnehmen darf.

Die Abschlussfeier mit Bekanntgabe der Sieger findet am Donnerstag, 21. Juli, ab 18 Uhr im Schlosspark Merode statt.

42 Dörfer stellen sich der Bewertungskommission

42 Dörfer nehmen am Kreisswettbewerb teil: Berzbuir und Kufferath (Düren); Blens, Düttling, Hausen, Hergarten, Vlatten (Heimbach); Bergstein, Gey, Horm mit Schafberg, Raffelsbrand, Simonskall, Straß, Vossenack, Zerkall ( Gemeinde Hürtgenwald); Schophoven (Inden); Obermaubach und Schlagstein (Kreuzau); D´horn, Geich, Hamich, Heistern, Jüngersdorf, Luchem, Merode, Obergeich, Pier, Schlich und Wenau (Langerwehe), Ederen (Linnich), Golzheim (Gemeinde Merzenich), Abenden, Muldenau und Wollersheim (Nideggen), Krauthausen (Niederzier); Eschweiler ü. Feld und Pingsheim (Nörvenich) sowie Gevelsdorf und Spiel mit Sievernich (Titz).