Horst: Die Musik vermittelt auch Geborgenheit

Horst : Die Musik vermittelt auch Geborgenheit

Im Golddorf gab es am Wochenende ein Doppelfest: 75 Jahre Musikverein St. Josef und 21. Heinsberger Stadtmusikfest.

Das große Zelt inmitten grüner Wiesen war drei Tage Mekka für Blasmusikanten und Anhänger. Der reich geschmückte, 450 Einwohner zählende kleine Ort drückte seine enge Verbundenheit mit ihnen aus.

Die Brass-Band Harmonie Rickenbach aus der Schweiz und ihre 36 Jahre währende Freundschaft mit den Horstern gaben dem Fest besondere Prägung. Die Festredner überhäuften die Horster wegen ihrer intensiven Jugendarbeit mit Lob. So erfuhr man aus berufenem Munde, welch hohen Stellenwert die Jahreskonzerte haben und welch wichtige gemeinschaftsbildende Klammerfunktion sie gleichzeitig für Randerath und Porselen ausüben.

Schirmherr Leo Dautzenberg MdB strich beim Heimatabend das ehrenamtliche Engagement, das gesellschaftliche Miteinander, die Einbindung der Jugend in die Vereinsarbeit sowie die vier Elemente Melodie, Takt, Rhythmus und Harmonie als Basis fürs Musizieren heraus.

Mit 99 Aktiven, 128 Inaktiven und 72 Mitgliedern im Alter bis zu 20 Jahren, die sich entweder noch in der Ausbildung befinden oder bereits im 63-köpfigen Stammverein beziehungsweise im 40 Mitglieder zählenden Jugendorchester tätig sind, verfüge der Verein über eine denkbar breite und gesunde Basis, auch dank des umsichtigen Talentsuchers Klemens Watermeyer.

Leo Dautzenberg setzte sich nachhaltig dafür ein, diese Arbeit zu unterstützen. Ohne musiktreibende Vereine würde das kulturelle Leben in den Orten erliegen. Gerade in Zeiten der Globalisierung brauche der Mensch heimatliche Geborgenheit.

Auch Bürgermeister Josef Offergeld setzte sich nachdrücklich für die (finanzielle) Unterstützung der kulturellen Vereinsarbeit ein. Eine Kürzung dieser Mittel sei für ihn Sparen am falschen Platz. Die Stadt Heinsberg halte fest an der geldlichen Vereinsförderung, auch in Zeiten knapper Kassen. Darüber hinaus bedürfe es gemeinsamer Anstrengungen und allseitiger Unterstützung, damit - wie im Fall Horst - die segensreichen und und vielseitigen musischen Tätigkeiten eine Zukunft hätten.

Der Vereinsvorsitzende Dr. Norbert Schippers, Chefmoderator und Schaltstelle des Festablaufs, verwies darauf, dass die Jugend das Vereinsleben präge und beflügele. Der Verein müsse sich ihrem Schritt anpassen. Angesichts der Traditionen sei das nicht immer einfach.

Sich was einfallen lassen war sein Stichwort. Nur so gebe es eine Zukunft. Dr. Schippers und sein Schweizer Kollege Toni Habermacher feierten mit launigen Worten und Einfällen die jahrelange Freundschaft, die zu regelmäßigen Begegnungen führte und von unvergesslichen Besuchen und Erlebnissen geprägt sei. Beide sprachen sich dafür aus, diese Freundschaft intensiv fortzusetzen.

Nachdem vor wenigen Jahren der letzte Vereinsgründer, Johann Schroeder, verstorben ist, stützt sich der Musikverein St. Josef Horst auf die Ehrenmitglieder, die 1948 für eine Wiederbelebung nach dem Krieg sorgten. Hierbei handelt es sich um Willi Bleilevens, Johann Bolten, Hermann Jütten, Heinrich Schippers, Hubert Schippers, Christian Vossenkaul, Josef Welfens, Michael Heuter und Ludwig Meurer (Ehrendirigent).

Die lange Gratulationscour wurde angeführt von Ortsvorsteher Hermann Wählen, der von einem einzigartigen Aufwärtstrend des Vereins sprach. Seine Wertschätzung teilten auch die übrigen politischen Sprecher sowie die Vertreter von Vereinen und Organisationen. Die überreichten Geldspenden, versprach der Vorsitzende, werde man restlos für die Jugendarbeit einsetzen.

Das Programm des Heimatabends wurde bestritten von der besonders herzlich gefeierten und mit prasselndem Applaus verabschiedeten Brass-Band Rickenbach, den „Stadtmusikanten” Leo Claßen/Günter Cüppers, dem Trommlerkorps Obspringen und dem Instrumentalverein Kirchhoven, die zusammen mit der St.-Petri-Schützenbruder-schaft und der Freiwilligen Feuerwehr zum Schluss mit Pauken und Solotrompete den Großen Zapfenstreich zelebrierten.