Wassenberg-Ophoven: Die Milch fließt in den Gülletank

Wassenberg-Ophoven : Die Milch fließt in den Gülletank

Gegen 17.45 Uhr öffnet Landwirt Peter Plum auf dem Heiderhof zwischen Ophoven und Krafeld das Ventil seines 2000-Liter-Milchtanks.

Beste Milch plätschert leise auf die Bodenplatten, fließt in den Ablauf und über eine Leitung in den Gülletank. Hofhund Benno, ein Berner Sennenhund, kommt und labt sich an dem weißen Nass.

Landwirt Plum steht mit verbissener Miene daneben und sieht den Ertrag seiner 50 Milchkühe (sie liefern jeden zweiten Tag 1900 Liter) im Gully verschwinden. Dann sagt er: „Es ist traurig, man beißt die Zähne zusammen.” Aber es gehe nicht anders. Er ebenso wie sein jüngerer Kollege Rainer Schiffers vom Rosenthaler Hof haben sich dem Milchstreik der Landwirte angeschlossen.

Beide liefern keinen einzigen Liter an die Molkereien mehr. „Wir sind bereit durchzuhalten”, so Rainer Schiffers, und zwar so lange, bis es vernünftige Gespräche mit den Abnehmern (Milch verarbeitende Industrie, Einzelhandel) über einen fairen Preis gebe: „Unsere Betriebe sind Familienunternehmen, in denen 14 bis 15 Stunden am Tag gearbeitet wird, und dies zu Preisen, die nicht die Produktionskosten decken.”

Auch Schiffers lässt seine Milch in den Gülletank laufen, abzüglich der Menge, die er an das Jungvieh verfüttert.

Beide Landwirte sehen sich durch Berufskollegen aus den Nachbarländern, die sich dem Boykott angeschlossen haben, unterstützt, beklagen aber mangelnde Hilfe im eigenen Land: „Unser Bauernverband, der uns vertreten sollte, rührt sich nicht”.