Erkelenz: Die Kraft des Wassers heilt in Erkelenz

Erkelenz : Die Kraft des Wassers heilt in Erkelenz

„Dies ist ein ganz besonderer Tag für mich, denn irgendwie ist es auch mein Kind”, verkündete die Leiterin des Hermann-Josef-Altenheimes, Monika Austinat, bei der Einweihung des neuen Kneipp-Beckens.

Vor zweieinhalb Jahren habe sie, die alternative Heilmethoden favorisiert, im Altenheim angefangen. Dazu gehöre für sie auch ein Kneipp-Becken. Der Kneipp-Verein Erkelenz habe davon erfahren und so sei der Stein ins Rollen geraten.

Ebenso erfreut über das erste Kneipp-Becken in Erkelenz war die Vorsitzende des Erkelenzer Kneipp-Vereins, Gertrud Muckel: „Nicht im Lotto gewinnt man, sondern mit Freunden die anpacken und dafür sorgen, dass Träume wahr werden.”

Vom überzeugten „Kneippianer” Günther Puhe, dem Vorsitzenden des Kneippbundes in Nordrhein-Westfalen, erfuhren die vielen Gäste etliches über den Begründer der so genannten Kneipp-Becken, über den Pfarrer Sebastian Kneipp, einem Mann, der gegen Ende des Jahrhunderts zum Wegbereiter und Bahnbrecher der Naturheilverfahren wurde.

Kneipp, 1821 geboren, litt unter Lungentuberkulose. Kneipp fiel ein Buch des Arztes Johann Siegmund Hahn in die Hände. In diesem „Unterricht von der Krafft und Würckung des frischen Wassers” rühmte der Doktor das nasse Element als Arznei.

Kneipp machte die Probe an sich selbst, indem er ab Winter 1849 zwei- bis dreimal wöchentlich ein Bad in der eisigen Donau nahm. Schon bald verspürte er, wie sein Körper an frischer Kraft gewann. Der Erfolg der Wasserkur wurde bekannt.

In Wörishofen, wo Kneipp seine Pfarrstelle hatte, entwickelte sich ein Kurbetrieb, in dem die Kneipp-Kur bis heute gepflegt wird.

”Ratet und helfet einander”, endete Puhe, ehe er es den Besuchern des Sommerfestes im Altenheim nachmachte und ebenfalls durch das Wasser watete.