Die Jecken sollen feiern und spenden

Die Jecken sollen feiern und spenden

Kreis Heinsberg. „Wenn Gott den Menschen das Lachen und die Freude verbieten wollte, hätte er ihnen erst gar nicht die Fähigkeit dazu gegeben.”

So hat sinngemäß der Kölner Kardinal Meißner dem Präsidenten des Bundes Deutscher Karneval (BDK), Franz Wolf, geantwortet, als es um den Krieg im Irak in Verbindung mit dem Karneval ging. „Ich denke, diese Aussage spricht für sich und ist sicher auch auf die derzeitige Katastrophe in Südostasien anwendbar”, erklärte jetzt Reiner Spiertz, Präsident des Verbandes der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG), in einem Schreiben an Mitgliedsvereine und Senatoren sowie Bürgermeister und Landräte.

Natürlich sei allen klar, dass man angesichts eines solchen Desasters nicht ungetrübt feiern und lachen könne. Aber, fragt Spiertz: „Wem würde, wie es auch jetzt wieder verschiedentlich gefordert wird, eine Absage des Karnevals nützen? Um gleich die Antwort zu geben: Niemandem und erst recht nicht den betroffenen Menschen in Asien! Ganz im Gegenteil.”

Die bekanntermaßen sehr sozial eingestellten Karnevalsvereine hätten sich in der Vergangenheit stets durch großzügige Spenden engagiert und mit Spendensammelaktionen viel für die in Not geratenen Menschen in Krisengebieten getan. „Ich bin davon überzeugt, dass dies auch in dieser Session der Fall sein wird.”

Eine der Hauptaufgaben des Brauchtums Karneval ist es laut VKAG-Präsident seit jeher, den Menschen - gerade in schwierigen Situationen - Ablenkung von den Sorgen des Alltags zu bieten und ihnen Hoffnung und Mut für die Zukunft zu geben. „Und so bringt es keine Besserung der unendlich leidvollen Situation, wenn - von wem auch immer - eine „Karfreitagsregelung” bundesweit angeordnet werden würde, wenn also alle Fußballspiele, alle Sportveranstaltungen, alle Unterhaltungsveranstaltungen, alle Musicals, alle Operetten, alle ,lauten Lieder in Rundfunk und Fernsehen, zum Beispiel bis Ende Februar verboten würden - und damit auch der Karneval.”

Dieser Meinung des BDK-Präsidenten Franz Wolf schließt sich das VKAG-Präsidium voll und ganz an. Spiertz: „Wir denken nicht daran, irgendeine Karnevalsveranstaltung abzusagen. Wir empfehlen allerdings unseren Mitgliedsvereinen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten um Spenden für die in Südostasien tätigen Hilfsorganisationen zu bitten.”