Heinsberg/Oberbruch: Die Heinsberger Möhnen tun gleich dreifach Gutes

Heinsberg/Oberbruch : Die Heinsberger Möhnen tun gleich dreifach Gutes

Mit den Möhnen als Straßenschmuck zu Altweiber eine alte Karnevalstradition wieder aufleben zu lassen, ist im Jubiläumsjahr der Kreisstadt Heinsberg das Ziel des HKV.

Die Idee lieferte Ehrenpräsident Günter Lentzen. Aufgegriffen wurde sie jetzt von HKV-Präsident Helmut Münster, der nicht nur beim Präsidium und Vorstand des Heinsberger Karnevalsvereins für die Realisierung offene Ohren und tatkräftige Unterstützung fand.

Die ersten Heinsberger Geschäftsleute, denen der HKV die Möhnen als Dankeschön kostenlos zur Verfügung stellt, wurden bereits als „Paten” gewonnen. Sie werden die Möhnen deutlich sichtbar im Außenbereich an ihren Geschäften und Hausfassaden anbringen und die Heinsberger City damit bis Veilchendienstag karnevalistisch schmücken.

Die kurzfristige Realisierung des Vorhabens, die Innenstadt am Vortrag des Altweiberdonnerstag mit den rund 1,50 Meter großen Puppen zu schmücken, ermöglicht die Werkstatt der Lebenshilfe für behinderte Menschen in Oberbruch. Dort nämlich werden die Möhnen gefertigt. Und das mit echter Begeisterung. Davon überzeugten sich bei einem Besuch die Vertreter des Auftraggebers, HKV-Präsident Helmut Münster, Vorsitzender Detlef Dircks und Schatzmeister Lothar Laforce.

Als Mitte Dezember bei Toni Hermanns, dem Fertigungskoordinator der Werkstatt für behinderte Menschen, das Telefon klingelte, war sein Gesprächspartner am anderen Ende HKV-Präsident Helmut Münster. „Ob ich wisse, was Möhnen sind, lautete seine Frage”, erinnert sich Toni Hermanns. „Und, ob die Werkstatt in der Lage sei, sie herzustellen.”

Toni Hermanns, selbst Karnevalist und Elferratsmitglied der Kemper Gröne, kannte selbstverständlich Möhnen. Bereits beim ersten Treffen in der Werkstatt, bei der auch eine „Mustermöhne” mit von der Partie war, wurde der Auftrag perfekt gemacht.

„Schnell war eine fleißige Werkstattgruppe gefunden, und die Fertigung lief an”, berichtet Toni Hermanns von der Begeisterung, die dieser ungewöhnliche Auftrag bei den Behinderten auslöste. Die Arbeitsgruppe hat inzwischen sogar ihren Fertigungsraum karnevalistisch geschmückt. Den „Körper” der Möhnen - ein Drahtgestell - zu fertigen, ist in der Gruppe „Männersache”, schmunzelt Gruppenleiter Danny Teschers, der gerade Erich und Hans beim Zuschneiden des Drahtes für den Korpus und beim Biegen für Arme und Beine unterstützt.

Gleich nebenan kümmert sich Gruppenleiterin Iris Jansen unter anderem mit Martha, Martine und Denise um die Kleider der Möhnen. Die Gewänder werden aus Plastikfolie gefertigt, damit sie auch einem kräftigen Regenguss trotzen. Mit weißen Schürzen und roten Schleifen über dem schwarzen Kleid werden die Stadtfarben Heinsbergs berücksichtigt. „Wir haben viel Spaß, und es wird bei der Arbeit viel gelacht”, bestätigen Fachpersonal und Mitarbeiter übereinstimmend beim Blick auf die bereits fertiggestellten Möhnen mit ihrem grimmigen Gesichtsausdruck.

„Durch diese schöne Aktion hat der HKV in dreierlei Hinsicht Gutes getan”, sagt Toni Hermanns. „Alle Jecken freuen sich über die Vielzahl lustiger Möhnen in der Heinsberg City, eine alte Karnevalstradition wird wiederbelebt und die Werkstatt für behinderte Menschen hat einen lukrativen Auftrag erhalten.” Damit werde zugleich die seit vielen Jahren bestehende Freundschaft des HKV zur Lebenshilfe Heinsberg, zu der auch gegenseitige Besuche zur Karnevalszeit gehören, unterstrichen.

Der „Star” der Möhnenkollektion, eine über vier Meter hohe Riesenmöhne, wartet noch auf ihr Kleid. Sie wird erst am Altweiberdonnerstag ihren Platz in der City erhalten. Bis dahin hofft der HKV noch viele „Paten” für die Möhnen zu gewinnen. HKV-Präsident Helmut Münster ist der Ansprechpartner.