Kreis Düren: Die GWS hat ihre Altlasten saniert

Kreis Düren : Die GWS hat ihre Altlasten saniert

„Die Altlasten sind entwickelt, die Risiken gebannt. Jetzt haben wir den Rücken frei für eine optimale Wirtschaftsförderung in der Region.”

In seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Wirtschafts- und Strukturförderung im Kreis Düren (GWS) versuchte Landrat Wolfgang Spelthahn am Dienstag einen Schlussstrich unter die zum Teil sehr heftig geführten Diskussion um die Arbeit der GWS in den letzten Jahren zu ziehen.

Nach dem Verkauf der fünf Jahre lang leer stehenden High-Tech-Mall in Jülich stehe nun auch die Veräußerung der brach liegenden Grundstücke an der Bismarck- und Marienstraße im Herzen Dürens kurz vor dem Abschluss. Der am 30. Juni scheidende GWS-Geschäftsführer Michael Müller machte deutlich, dass die Verträge nahezu unterschriftsreif sind.

An der Bismarckstraße („Kreishaus D”) soll die Job-Com bekanntlich eine neue Heimat finden, eventuell aufgestockt durch die Mitarbeiter der Stadt Düren, an der Marienstraße sollen hochwertige Wohnhäuser entstehen.

Und was den Landrat besonders freute: Der Verkaufserlös übertrifft den immer wieder als zu hoch angesetzt kritisierten Buchwert der Grundstücke. Sobald der Bund den Mietvertrag für die Job-Com unterzeichnet hat, soll der Verkauf abgewickelt werden. Spelthahn gab sich optimistisch, dass der Bund am Modell der Optionskommune, die sich selbst um die Arbeitslosengeld-II-Empfänger kümmert, festhalten wird.

Aber auch eine Rückübertragung der Aufgabe an die Arbeitsagentur ändere nichts am Bürobedarf. In beiden Fällen erwarten die GWS-Verantwortlichen einen zügigen Baubeginn, zumal die Zeit bei der dezentral untergebrachten Job-Com drängt. Sie muss ihre Hauptstelle an der Kölnstraße bis Ende 2010 räumen.

Und auch die oft kritisierten Devisengeschäfte zur Finanzierung der Kredite (48,5 Mio. Euro) für die GWS-Immobilien (u.a. Arena Kreis Düren, Polizei-Erweiterung, „Kreishaus C”) waren erfolgreich. Müller gab einen Währungsgewinn von 2,72 Mio. Euro bekannt, der nur teilweise durch die höheren Zinsen aufgezehrt wird. Einen Überschuss von rund 1,2 Millionen Euro kann die GWS in die Tilgung der Kredite stecken, die kurz vor der Umschuldung stehen.

Spelthahn, Müller und Prof. Dr. Herbert Schmidt (Sparkasse Düren) als Vorsitzender der GWS-Gesellschafterversammlung haben in Gesprächen mit der DKB-Bank deutlich bessere Konditionen ausgehandelt, die es der GWS in Zukunft ermöglichen, aus den Mieten nicht nur die Zinslast zu bedienen, sondern auch die Tilgung. Ein Verkauf der Gebäude sei nicht geplant, versicherte Spelthahn. Man habe nur sondieren wollen, ob die Gebäude angemessen bewertet sind, kommentierte er entsprechende Gespräche Müllers.

Da auch das Dienstleistungszentrum Nideggen fertiggestellt, der Vertrag für den Neubau einer Jugendherberge bereits so gut wie in trockenen Tüchern sei und der „Indemann” am Tagebau Inden langsam Gestalt annimmt, könne „sich die GWS jetzt wieder auf ihre Kernaufgaben konzentrieren: Menschen in Existenz und Selbständigkeit zu bringen”, betonte Spelthahn, ohne dabei jedoch näher auf die Nachfolge Müllers eingehen zu wollen. Der hatte zuvor auf eine umfangreiche Beratungstätigkeit der GWS im letzten Jahr hingewiesen. „Die meisten der insgesamt 1177 Gespräche wurden im Bereich Dienstleistungen geführt.”

Hier, aber auch in der Wirtschaftsförderung für Einwanderer, will die GWS auch in Zukunft Akzente setzen. Auch die weitere Entwicklung von Wohnbaugebieten, beispielsweise in Lamersdorf und Vettweiß, steht auf der Agenda.