Die etablierten Stars und die potenziellen Sternchen der WM 2018

WM 2018 : Die etablierten Stars und die potenziellen Sternchen

Vom 14. Juni bis zum 15. Juli wird in Russland die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen. Deutschland will den Titel verteidigen und mit dem fünften Stern mit Brasilien gleichziehen. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Sicher ist aber, dass wieder die ganz Großen der Fußballwelt aufeinander treffen. Und die, die es werden wollen. Wir stellen einige der Stars und Sternchen vor.

Unsere U24: Die „Grünschnäbel“

Jugendinternate, astronomische Ablösesummen und die Last, „die Zukunft“ zu sein, auf den Schultern: All das schreckt diese Spieler nicht ab, unglaubliche Dinge auf den Rasen zu zaubern. Sie dribbeln, tricksen und erobern die Herzen der Fans. Aber auf der ganz großen Bühne müssen sie sich noch beweisen. Unsere Top-U25-WM-Teilnehmer:

Corentin Tolisso

Zur Saison 2017/2018 zahlte der FC Bayern München über 40 Millionen Euro an Olympique Lyon, um sich die Dienste von Corentin Tolisso zu sichern - Rekord für die Bundesliga. Nicht wenige Fans fragten sich, warum die Verantwortlichen beim Rekordmeister für einen noch nicht so bekannten Spieler so viel Geld in die Hände nahmen. Eine Saison später wissen sie es: Der talentierte Mittelfeldmann kann die Zukunft der Münchener werden. Allein bis zur Winterpause erzielte der Franzose fünf Pflichtspieltore, drei davon in der Champions League.

Seinen ersten Profivertrag unterzeichnete Tolisso im Oktober 2013 bei Olympique Lyon. Keine vier Jahre später debütierte er in der französischen Nationalmannschaft und wird bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland erstmals ein großes Turnier mit „Les Bleus“ bestreiten. Nachdem er in der Ligue 1 und der Bundesliga bereits sein Talent unter Beweis gestellt hat, kann er es nun der ganzen Welt zeigen.

Joshua Kimmich

Dreimal Deutscher Meister (2016, 2017, 2018), zweimal DFL-Supercup-Sieger (2016, 2017), ein DFB-Pokal-Triumph (2016), U19-Europameister (2014), Confed-Cup-Gewinner (2017): Der Trophäenschrank von Joshua Kimmich ist bereits prall gefüllt, als „Grünschnabel“ kann der Rechtsverteidiger des FC Bayern München wirklich nicht mehr bezeichnet werden, dabei ist der Abwehrspieler mit viel offensivdrang gerade einmal 23 Jahre jung. Beim VfB Stuttgart ausgebildet, führte ihn der Weg über RB Leipzig 2015 zum deutschen Rekordmeister. Dort spielte er sich schnell in die Mannschaft und hat 2017 die Nachfolge von Philipp Lahm übernommen. Eigentlich eine undankbare Aufgabe, sind die Fußstapfen des ehemaligen Kapitäns der Bayern und der Nationalmannschaft doch kaum auszufüllen. Kimmich aber ist auf einem guten Weg und seit dem Abgang von Lahm unverzichtbare Stammkraft bei den Münchenern.

Ende Mai 2016 debütierte Kimmich in der deutschen Nationalmannschaft und wurde in den Kader für die Europameisterschaft in Frankreich berufen. Dort kam er im dritten Gruppenspiel erstmals zum Einsatz und spielte sich mit seiner Leistung fest ins Team. Am Ende des Turniers wurde er in das All-Star-Team der EM gewählt. Seitdem ist Kimmich auch für Jogi Löw unverzichtbar und auf der rechten Abwehrseite gesetzt. 2017 gewann er als Stammspieler in Russland den Confed-Cup und wurde im gleichen Jahr zum DFB-Nationalspieler des Jahres gewählt. Gegen eine Wiederholung der Ereignisse bei der Weltmeisterschaft 2018 hätte Kimmich sicherlich nichts einzuwenden. Ganz Fußball-Deutschland auch nicht.

Harry Kane

Seit 2004 ist Harry Kane bei den Tottenham Hotspur - mit Leih-Unterbrechungen - unter Vertrag und hat diesen gerade erst bis 2024 verlängert, dabei war die halbe Fußballwelt hinter ihm her. Seit 2014 hat sich der in London geborene Stürmer zu einem der besten Angreifer der Premier League entwickelt. Der Torschützenkönig der Saisons 2015/2016 und 2016/2017 wurde bereits sechsmal zum Spieler des Monats gewählt und war der Fanliebling im Jahr 2017. Kein Wunder bei 108 Toren in 150 Spielen.

Im März 2015 wurde Kane im Spiel der Engländer gegen Litauen im Rahmen der Qualifikation für die Europameisterschaft 2016 für Wayne Rooney eingewechselt und kam so zu seinem Debüt in der Nationalmannschaft. 80 Sekunden später erzielte er bereits seinen ersten Treffer im Dress der „Three Lions“. Bei der EM in Frankreich gelang ihm im Sommer 2016 allerdings kein Treffer, England schied im Achtelfinale gegen Island aus. Das soll bei der Weltmeisterschaft in Russland anders laufen. Nach Russland fährt Kane nicht nur als Stammspieler, er wird den Weltmeister von 1966 als bisher jüngster Kapitän der Engländer aufs Feld führen.

Kylian Mbappé

Kylian Mbappé stammt aus einer sportlichen Familie: Sein Vater war Fußballspieler und -trainer bei der AS Bondy, seine Mutter war erfolgreiche Handballspielerin und sein Halbbruder Fußballprofi bei Stade Rennes. Das Talent wurde dem Stürmer damit in die Wiege gelegt. Und er nutzt es voll aus. im Dezember 2015 bestritt er für die AS Monaco sein erstes Spiel in der Ligue 1, mit noch nicht einmal 18 Jahren. Im Februar erzielte er seinen ersten Treffer für die Monegassen und knackte damit einen 20 Jahre alten Rekord des jüngsten Torschützen der AS Monaco - schönen Gruß an Thierry Henry. Am Ende der Saison wurde Mbappé mit Monaco Meister. Anschließend wechselte er zum Liga-Krösus Paris St. Germain. Da die Hauptstädter im gleichen Sommer 222 Millionen Euro für Neymar ausgegeben hatten, wurde Mbappé offiziell nur ausgeliehen. Der Leihvertrag beinhaltet allerdings eine Kaufoption, die den Stürmer zum zweitteuersten Transfer nach seinem Sturmpartner machen soll.

Im März 2017 berief Frankreichs Nationaltrainer Didier Dechamps Mbappé erstmals ins Aufgebot der Franzosen. Mit 18 Jahren und 95 Tagen bei seinem ersten Einsatz für „Les Bleus“ war Mbappé der jüngste Debütant seit 62 Jahren. Nach dem U19-Europameistertitel 2016 will Mbappé nun bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland groß aufspielen und mit der „Équipe Tricolore“ den Titel holen.

Marcus Rashford

Der Stürmer von Manchester United hat ein ganz besonderes Talent: Der trifft fast immer bei seinen Debüt-Spielen. Zur Saison 2015/2016 rückte der in Manchester geborene Angreifer in den Kader der ersten Mannschaft der „Red Devils“ auf und wurde erstmals im Februar 2016 in der Europa League eingesetzt. Im Achtelfinale gegen den FC Midtjylland erzielte er auf Anhieb zwei Tore. Mit gerade einmal 18 Jahren wurde er nach Václav Černý zum zweitjüngsten Torschützen der Europa League. Nur drei tage später feierte er gegen Arsenal London sein Debüt in der Premier League und steuerte beim 3:2-Sieg erneut zwei Treffer bei. Im September 2017 folgte das erste Champions-League-Spiel. In der Partie gegen den FC Basel wurde Rashford in der 77. Minute eingewechselt. Keine zehn Minuten später trug er sich in die Torschützenliste ein.

Auch in der Nationalmannschaft zeigte Rashford sein außergewöhnliches Talent. Im März 2016 debütierte er im Spiel gegen Australien und schoss nach gerade einmal drei Spielminuten sein erstes Tor für die „Three Lions“. Er wurde damit zum jüngsten Spieler Englands, der gleich bei seinem ersten Einsatz einen Treffer erzielen konnte. Bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich stand Rashford im Kader der Engländer und war der jüngste Spieler des Turniers. Es reichte aber nur für zwei Kurzeinsätze. Das soll bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland anders werden. Dort will der schnelle und trickreiche Stürmer mit seinen Jungs von der Insel um den Titel mitspielen.

Timo Werner

Timo Werner ist ein Stürmer. Und was für einer: ballsicher, abschlusstark und schnell. Auch mit Ball überrennt er die meisten seiner Gegenspieler mühelos. Der gebürtige Stuttgarter in Diensten von RB Leipzig hat sich in den vergangenen Jahren als Deutschlands Top-Stürmer etabliert. Mit 17 Jahren und 164 Tagen debütierte er im August 2013 beim VfB Stuttgart in der Bundesliga und wurde zum jüngsten Spieler des Vereins, der je in der höchsten deutschen Spielklasse am Ball war. Nachdem die Canstatter nach Abschluss der Saison 2015/2016 in die 2. Bundesliga abstiegen, schloss sich das Sturmtalent RB Leipzig an. Dort erzielte er gleich in seiner ersten Saison 21 Tore in 31 Spielen. Für Aufregung sorgte eine Schwalbe im Spiel gegen den FC Schalke im Dezember 2016. Mittlerweile hat sich die Empörung über die Aktion allerdings gelegt. Und auch andere deutsche Größen sorgten einst in ihrer Karriere für tieffliegende Vögel im 16-Meter-Raum. Fragen Sie mal bei Andreas Möller nach.

Seit der U15 durchlief Werner alle Jugendmannschaften des DFB. Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft feierte er im März 2017. Anschließend spielte er für Deutschland beim Confed-Cup in Russland und sicherte sich mit drei Toren und zwei Vorlagen den „Goldenen Schuh“. Für die Weltmeisterschaft 2018 ist er im Sturm gesetzt und soll Deutschland zur Titelverteidigung schießen. Damit sollte er auch seine letzten Kritiker besänftigen.

Paulo Dybala

„La Joya“ ist spanisch und bedeutet „das Juwel“. Und es hat seine Gründe, warum das der Spitzname von Paulo Dybala ist. Der Offensivmann von Juventus Turin ist nicht nur torgefährlich, er bereitet auch viele Treffer vor. Von Argentinien aus führte ihn seine Karriere im Sommer 2012 nach Italien zur US Palermo. In Sizilien musste der flinke Stürmer erst seinen Platz finden und nach dem Abstieg 2013 den bitteren Gang in die Serie B antreten. Dort aber spielte er sich nach und nach in den Fokus und nach dem Abgang seiner treffsicheren Sturmpartner nach dem direkten Wiederaufstieg war Paulo Dybalas Zeit gekommen. In der Saison 2014/2015 gelang ihm mit 13 Treffern und zehn Vorlagen der endgültige Durchbruch und der Serienmeister aus Turn sicherte sich mit Saisonabschluss seine Dienste. Dort trägt er mittlerweile die Nummer zehn und ist absolute Stammkraft.

Die argentinischen Fans danken dem Fußballgott sicherlich immer noch, dass sich Dybala für die „Albiceleste“ entschieden hat. Sein Vater stammte aus Italien, seine Mutter aus Polen. Neben der argentinischen Staatsbürgerschaft besitzt er auch Pässe der Heimatländer seiner Eltern. Und er hätte auch für beide Verbände spielen können. Seit 2015 geht er aber auf internationaler Ebene mit Lionel Messi, Sergio Agüero und seinem Vereinskollegen Gonzalo Higuaín auf Torejagd und will seine Qulitäten auch bei der Weltmeisterschaft 2018 unter Beweis stellen.

Ousmane Dembélé

Schnell, schneller, Dembélé. Der flotte Franzose ist kaum aufzuhalten, wenn er einmal Tempo aufgenommen hat. Das gilt auf dem Platz, aber auch daneben. So schnell, wie er in Dortmund 2016 ankam, die Bundesliga eroberte und als „Newcomer der Saison“ ausgezeichnet wurde, so schnell war er auch nur ein Jahr später wieder weg. Aufgrund seiner überragenden Leistungen in Deutschlands höchster Spielklasse und frischen 222 Millionen Euro aus dem Neymar-Transfer, sicherte sich der FC Barcelona im Sommer 2017 die Dienste des Flügelstürmers. Immerhin wurden die Dortmunder für den Abgang des Ausnahmetalents mit 105 Millionen Euro entschädigt.

Am 1. September 2016 lief Dembélé, der im französischen Vernon geboren wurde, erstmals in der A-Nationalmannschaft der „Équipe Tricolore“ auf. Gemeinsam mit Antoine Griezmann, Paul Pogba und Kylian Mbappé gehört er zur neuen goldenen Generation der Mäner in Blau mit dem Hahn auf der Brust und soll bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland für Furore sorgen. Die Qulität dafür hat er auf jeden Fall.

Dele Alli

Gerade einmal 22 Jahre jung und trotzdem Denker und Lenker im Mittelfeld bei Tottenham Hotspur: das ist Dele Alli. Der Mann mit drei Halbgeschwistern stieß im Sommer 2015 zum Team von der White Jart Lane. Dort brilliert er seitdem mit guten Leistungen und wurde sowohl in der Saison 2015/2016 und 2016/2017 ins Team des Jahres gewählt und als bester Jungprofi ausgezeichnet. Neben seinen Talenten auf dem Platz zeigt Alli auch gern seine Fähigkeiten am Computer. Er spielt leidenschaftlich gerne Videospiele und ist, wie auch andere Fußballer, aktuell dem Shooter „Fortnite“ verfallen. Fans können ihm über die Streaming-Plattform „Twitch“ beim Zocken zuschauen.

Im Oktober 2015 lief Alli erstmals für die englische A-Nationalmannschaft auf. Aufgrund seiner Leistungen nahm ihn der damaliga Nationaltrainer Roy Hodgson im Sommer 2016 mit nach Frankreich zur Europameisterschaft und setzte ihn bis zum Ausscheiden der Englänger im Achtelfinale gegen Island in allen vier Partien ein. Auch der neue Coach der „Three Lions“, Gareth Southgate, wird bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland auf die Dienste des Mittelfeldspielers setzen.

Alireza Jahanbakhsh

Alireza Jahanbakhsh ist ein Name, den sich Fußballfans merken sollten, auch wenn er nicht ganz einfach ist. Der Iraner in Diensten von AZ Alkmaar wirbelte in der abgelaufenen Saison die Abwehrreihen der niederländischen Eredivisie regelmäßig durcheinander und sicherte sich mit 21 Treffern die Torjägerkanone. Da dürfte der ein oder andere Verein aufmerksam geworden sein. Schließlich haben auch Weltstars wie Zlatan Ibrahimovic, Dennis Bergkamp oder Ronaldo einst ihrer Karriere in unserem Nachbarland auf die Sprünge geholfen.

Seit 2013 ist Jahanbakhsh fester Bestandteil der iranischen Nationalmannschaft. Mit „Team Melli“ nahm er bereits an der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien teil und kam in allen drei Gruppenspielen zum Einsatz. Auch bei der WM in Russland will er seine Qualitäten zeigen und beweisen, dass er sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat. Anschließend haben die Verantwortlichen in Alkmaar evntuell Papierkrams zu erledigen.

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