Oberbruch: Die Chronik als Denkmal für den Karneval

Oberbruch : Die Chronik als Denkmal für den Karneval

Voller Stolz wurde sie in diesen Tagen von Präsident Helmut Frenken offiziell vorgestellt, die 258 Seiten starke, aufwändig gedruckte Chronik „Die Brööker Waaterratte - Karneval in Oberbruch”.

Der Dank für dieses wertvolle Zeugnis der karnevalistischen Brauchtumspflege in Oberbruch, der Karnevalsgesellschaft „Brööker Waaterratte” und damit auch eines Stücks Zeitgeschichte der Jahre 1925 bis zur Session 2002/03 gebührt den beiden Autoren, Hanns Back, ehemaliger Präsident und zugleich Ehrenpräsident des Komitees Heinsberger Karneval, und Peter Hutmacher.

Sie investierten in den vergangenen rund zweieinhalb Jahren ungezählte Arbeitsstunden. Am heimischen PC setzte Peter Hutmacher dann die ausgewählten Fotos, Karikaturen, Orden und Dokumente aus der Geschichte der „Brööker Waaterratte” in Bilder und Druckmaterial um.

Komplett auf CD-Rom gebrannt, schuf er so eine perfekte Vorlage für die seit langen Jahren mit der KG verbundene Druckerei Müllenbruch in Grebben. In Leo Müllenbruch und Heinz-Josef Minkenberg fanden die Initiatoren kompetente Unterstützung.

Als Sponsoren ermöglichten die Kreissparkasse, die Raiffeisenbank und Friedel Giesen, von Glas Giesen aus Oberbruch das ehrgeizige Projekt. Zu Recht trägt die Chronik, den Untertitel „Raritäten aus dem Fotoalbum der Brööker Waaterratte”.

Die Idee zu dieser Chronik hatten Hanns Back und Peter Hutmacher, als sie die Festschrift zum 75-jährigen Bestehen vorbereiteten.

„Wir hatten am Ende so viel Material mit so vielen Schätzchen, allein mehr als 2000 Fotos, dass es schade gewesen wäre, diese wieder einfach in Schubladen oder Kisten verschwinden zu lassen”, sagte Hanns Back bei der Präsentation.

Etliche Raritäten mit „Aha-Effekt”

Allein unter den 718 Fotografien der Chronik seien etliche Raritäten mit „Aha-Effekt”. Lückenlos werden die Prinzen und Prinzenpaare der „Waaterratte” von Jupp I (Aron) in der Session 1947/48 bis zum 56. Prinzen und Stadtprinzen Heinz I (Hennebrüder) in der Session 2002/03 präsentiert.

Die Chronik soll ein Denkmal für den Karneval sein, so der Wunsch der Autoren, die damit zugleich die dritte Oberbrucher Ortschronik liefern.

Mehr als 20 Jahre sind vergangen, als vier Oberbrucher, Heinz Frenken, Matthias Storms, Hubert Erdweg und Johann Kehren die erste Oberbruch Ortschronik in Bildern herausgaben, die die Jahre 1880 bis 1982 zum Inhalt hatte.

Zehn Jahre sind seit der letzten Chronik vergangen, die anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Pfarrgemeinde St. Aloysius die Jahre 1918 bis 1993 beleuchtet.

Dass nun die Chronik der „Brööker Waaterratte” im gleichen Format erschien, ist sicherlich nicht nur ein Zufall. Mit der Karnevalsgeschichte verbunden war und ist stets ein Stück Zeitgeschichte.

Dokumente aus der Zeit, als Oberbruch mit Dremmen noch ein eigenes Amt hatte und in Oberbruch im Rathaus die Prinzen empfangen wurden, alte Oberbruch-Lieder, das Entstehen des Grillfestes und vieles mehr wurden festgehalten.

Ein Blick auf die 50 Karikaturen lässt den Betrachter unweigerlich schmunzeln, und die 46 Orden sind ein Spiegelbild der jeweils regierenden Prinzen und aktueller Ereignisse.

Zu den 28 Dokumenten gehören auch Ausschnitte aus alten Brööker Karnevalszeitungen, über deren Auffinden die HZ bereits berichtete.

Dass die „Chronik-Macher” für ihre Arbeit keinerlei Honorar erhielten, sich sogar Auslagen nicht erstatten ließen, war dem Präsidenten ein besonderes Dankeschön wert.