Städteregion: Die Chirurgie zieht in den Neubau ein

Städteregion : Die Chirurgie zieht in den Neubau ein

Es geht zu wie in einem Bienenschwarm. Fleißige Helfer schaffen Einrichtungsgegenstände heran, Handwerker legen letzte Hand an die Stationen im Neubau des Medizinischen Zentrums (MZ) Würselen am Standort Marienhöhe.

Bilder werden aufgehängt, um die recht freundlich hell und großzügig geschnittenen Räume noch zu verschönern, gestiftet vom Förderverein des Krankenhauses, dessen Träger die Städteregion Aachen und die Knappschaft Bahn-See sind.

 Wo finde ich wen und was am MZ-Standort Marienhöhe? Die ehrenamtliche Patientenhelferin Helga Ahler sowie die Auszubildenden Chantalie Schmitz und Annalena Schümmer beantworten alle Fragen (v.r.n.l.).
Wo finde ich wen und was am MZ-Standort Marienhöhe? Die ehrenamtliche Patientenhelferin Helga Ahler sowie die Auszubildenden Chantalie Schmitz und Annalena Schümmer beantworten alle Fragen (v.r.n.l.).

Hilfe bei der Orientierung

Die ersten Transportfahrzeuge sind aus Bardenberg eingetroffen. Dort muss Platz gemacht werden für die neue Lungenklinik, zudem soll dort auch noch eine Klinik für Palliativmedizin entstehen. Natürlich müssen auch Patienten verlegt werden, Neuaufnahmen sich anders orientieren. Angehörige wollen wissen, wo es lang geht. Dabei helfen die beiden MZ-Auszubildenden Annalena Schümmer und Chantalie Schmitz, die im Eingangsbereich gemeinsam mit Helga Ahler, die sich als „Grüne Dame“ ehrenamtlich um Patienten kümmert, mit gutem Rat und übersichtlichen Karten über die Neuaufteilung und die Laufwege informieren.

Zwischenzeitlich konnten bei der Bauabnahme des Neubaus zutage getretene Mängel bei Brand- und Blitzschutz ausgeräumt werden. Nun soll die erneute Bauabnahme erfolgen, freut sich MZ-Geschäftsführer René A. Bostelaar, so dass der Neubau voll umfänglich zur Verfügung steht.

Drei Feuerwehrfahrzeuge stehen am Haupteingang. Eine Gruppe Wehrleute geht durchs Haus, um sich im Fall des Falles schnell orientieren zu können.

Im Zuge des jetzt angelaufenen Umzugs wird zunächst die „schneidende Zunft“, die Chirurgie, am Standort Marienhöhe konzentriert. Dr. Markus Graf, Chefarzt der Unfallchirurgie, der den Umzug vor Ort mit überwacht, beruhigt: „Sämtliche Leistungen werden weiterhin erbracht. Wir haben auch zusätzliche Ärzte in Bereitschaft“, sagt er. Ohnehin ist die Ambulanz mit Patienten sehr gut gefüllt. Ein typischer Montag. Die (Zwischen-)Fälle vom Wochenende finden sich ein. Zudem hatte es am Wochenende angesichts des schönen Wetters leider einige Verkehrsunfälle gegeben, wie Graf berichtet.

MZ-Geschäftsführer René A. Bostelaar führt stolz durchs neue Haus. In der Regel gibt es nur noch Zwei- und Einbettzimmer. Zur Not passt in ein Zwei-Bettzimmer auch noch gut ein drittes Bett. Möglichst keiner mehr soll im Bett auf dem Gang liegen müssen. Die Sanitärräume sind alle barrierefrei, Aufenthaltsbereiche freundlich gestaltet, Personal und Ausrüstung haben mehr Platz. Nach und nach sollen alle älteren Stationen so renoviert werden.

Bei der Verwertung von freiwerdenden Flächen am Standort Bardenberg, aus deren Erlös die Investitionen teilweise finanziert werden sollen, ist Bostelaar auch einen Schritt weiter gekommen. Vor wenigen Tagen hat der MZ-Geschäftsführer einen „letter of intent“ (eine Absichtserklärung) unterschrieben. Die andere Unterschrift leistete ein niederländisches Konsortium, das ernsthaft in Erwägung zieht, auf einer Teilfläche (hierzu muss das alte Schwesternheim abgerissen werden) einen Wohn- und Pflegebereich mit bedarfsgerechter palliativer Versorgung zu errichten. „Das wäre dann direkt an unser Krankenhaus dort angedockt“, sagt Bostelaar im Gespräch mit unserer Zeitung. Diese „Absichtserklärung“ ist zunächst einmal bis Ende Januar 2015 befristet. „Bis dahin muss ein Konzept her“, betont Bostelaar.

In Sachen Krankenhausapotheke, die bislang noch in Bardenberg im ehemaligen Schwersternheim untergebracht ist, laufen noch laut MZ-Leitung Gespräche mit möglichen Partnern. Da drängt nun die Zeit. Dafür kommt das Projekt Kranken- und Altenpflegeschule am Standort Bardenberg voran. Der Architektenwettbewerb hat laut MZ-Geschäftsführer Bostelaar stattgefunden. Die Assmann-Gruppe machte demnach das Rennen.