Kreis Düren: Die CDU verliert, bleibt aber stärkste Fraktion

Kreis Düren : Die CDU verliert, bleibt aber stärkste Fraktion

Ein Ergebnis — zwei Interpretationen. Während die CDU weiter von einer „Gestaltungsmehrheit“ im Kreistag spricht, sieht die SPD einen „Politikwechsel“ in greifbarer Nähe. Mit 42,77 Prozent der Stimmen und 25 Sitzen bleibt die CDU zwar weiterhin stärkste Fraktion im Kreistag. Doch die SPD legte um 3,38 auf 30,36 Prozent und 17 Sitze (plus zwei).

Die Grünen legten um 0,63 auf 9,92 Prozent zu (sechs Sitze). „Es freut mich, dass ein Politikwechsel im Kreis Düren möglich ist“, sagte Dietmar Nietan (MdB), der Vorsitzende der Kreis-SPD, sichtlich erfreut.

„Es wird nicht gelingen, gegen die CDU eine Mehrheit zu organisieren“, wertete der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl Schavier das Ergebnis als durchaus zufriedenstellend. „Mehrheiten können nicht auf Zufall basieren“, sprach er sich für eine „sachorientierte Politik“ aus. Die CDU stehe diesbezüglich für Gespräche bereit.

Dietmar Nietan ist nicht davon überzeugt, dass die CDU weiterhin den Ton im Kreistag angibt. „In diesem Ergebnis sehe ich auch ein weiteres Bröckeln der CDU im Kreis“, bilanzierte er. Nachdem die CDU 2009 ihre absolute Mehrheit verloren hatte, ging nun die FDP aufgrund einer nicht zugelassenen Reserveliste als potenzieller Koalitionspartner verloren. „Ich sehe es als Auftrag der Wähler an, nun mit den Grünen Gespräche über einen Wechsel zu führen“, sagte Nietan. Sollten die Grünen bereit sein, diesen Weg zu beschreiten, werde auf alle weiteren „demokratischen Parteien und Gruppierungen“ zugegangen.

„Sehr zufrieden“ zeigten sich am Sonntag die Grünen. „Wir sind die drittstärkste Kraft im Kreistag“, freute sich Spitzenkandidatin Astrid Hohn. Das Wahlergebnis soll nun analysiert werden, die weiteren Schritt besprochen werden.

Mit wechselnden Mehrheiten zu arbeiten, können sich Michael Hintzen (UWG) und Valentin Veithen (Die Linke) durchaus vorstellen. Die UWG verlor 0,34 Prozent, trat dieses Mal aber auch nicht in allen Wahlkreisen an. Die Linke gewann 0,55 Prozent und kam auf 3,96 Prozent der Stimmen. UWG und Linke haben je zwei Sitze.

Neu im Kommunalparlament sind die Piratenpartei mit 2,56 Prozent und die Alternative für Deutschland (AfD) mit 2,43 Prozent (je ein Sitz). „Wir sind keine Protestpartei. Aber Wähler, die unzufrieden sind, schauen auch schon einmal über den Tellerrand“, sagte Piraten-Spitzenkandidat Dietmar Schwindt. Walter Peters von der AfD kündigte an, „lautstarke und direkte Opposition“ zu sein und „den Finger in die Wunden zu legen“. Von einem „Trauerfall“ hingegen sprach FDP-Kreisvorsitzende Ingola Schmitz.