Erkelenz: Die „Carmen” ganz hautnah

Erkelenz : Die „Carmen” ganz hautnah

Der Schulchor der Hauptschule hatte jetzt besonderen Besuch: Die Opernsängerin Judith Berning stand ihnen im Musiksaal der Schule Rede und Antwort.

Vorangegangen war ein Opernbesuch der jungen Sänger im Aachener Stadttheater. Chorleiterin Cordula Seeling hatte den Besuch einer Abendvorstellung von Bizets Oper „Carmen” organisiert.

Viele Zusagen

„Ich hatte mit rund zwanzig Anmeldungen gerechnet”, erinnert sich die Pädagogin. „Am Ende hatte ich 68 Zusagen.” Natürlich wurden die Schüler, die aus allen Jahrgangsstufen der Gemeinschaftshauptschule zusammenkamen, auf dass Thema der Oper vorbereitet. Der Inhalt wurde ebenso besprochen wie der Aufbau und Ablauf einer Opernvorführung.

So waren die Schüler bestens vorbereitet, als es Ende Januar im gecharterten Bus nach Aachen ging. Das nötige Sitzfleisch bewiesen sie auch. „Die Vorstellung ging bis halb elf, trotzdem waren sie die ganze Zeit über voll konzentriert,” sagt Seeling.

Dabei war die Aufführung „kein leichter Brocken”. Ein Bühnenbild existierte nicht, und die Sänger agierten vor schwarzem Hintergrund.

Viel zu erzählen

Die Sängerin Judith Berning haben die Schüler an diesem Abend nicht gesehen. Sie ist die zweite Besetzung der Carmen. Trotzdem wussten die gebürtige Offenbacherin, die seit drei Jahren zum Aachener Ensemble gehört, und die Theaterpädagogin Katrin Eickhoff viel zu erzählen vom Leben hinter den Kulissen.

Interessiert zuhörend erfuhren die Schüler, wie viele verschiedenen Berufe es in einem Theater gibt und was man tut, wenn man auf der Bühne den Text vergessen hat.

Sie stellten natürlich auch Fragen zu der von ihnen besuchten Aufführung. Dabei wurde auch Kritik am fehlenden Bühnenbild laut. Katrin Eickhoff erklärte ihnen daraufhin anschaulich das Konzept der Inszenierung.

Begeistert reagierten die Schüler, als Judith Berning zum Abschluss eine bekannte Arie aus „Carmen” sang: „Lámour est un oiseau rebelle.” Da war es dann mucksmäuschenstill im Klassenraum.