Kreis Heinsberg: Die Bezirksbeamten geben der Polizei ein Gesicht

Kreis Heinsberg : Die Bezirksbeamten geben der Polizei ein Gesicht

Es ist Polizeidirektor Reiner Schiffer ein besonderes Anliegen, daran lässt er keine Zweifel. Seine Bezirksbeamten vor Ort seien ein wichtiges Bindeglied zur Bevölkerung. Und das soll sich noch stärker in den Köpfen der Menschen verankern. Um einen weiteren Schritt in diese Richtung zu gehen, nutzte er jetzt die Vorstellung einiger Kollegen bei der Neubesetzung diverser Positionen.

Die Beamten des Bezirksdienstes seien als Ansprechpartner kreisweit in der Nähe der Menschen. Sie verfügten über eine umfangreiche Lebens- und Berufserfahrung in vielfältigen Arbeitsbereichen der Polizei, eine gute Menschenkenntnis und ausgeprägte soziale Kompetenz, erläutert Schiffer. Dies seien unverzichtbare Eigenschaften für den Job. Die Bezirksbeamten pflegten einen vertrauensvollen Kontakt zu den Bürgern im Kreis Heinsberg. „Es ist wichtig, dass man die Kollegen sieht und sie ansprechbar sind“, meint Schiffer.

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Kreisweit gibt es derzeit 28 Bezirksbeamte. Nach einer gültigen Faustformel komme ein Bezirksbeamter auf 10 000 Einwohner. In Heinsberg sei das Zahlenverhältnis also noch ein wenig besser. „Rein rechnerisch haben wir mehr als vorgesehen.“ Das Verhältnis bestehe so schon seit Jahren und habe sich bewährt. „Der Bezirksdienstbeamte gibt der Polizei ein Gesicht“, sagt Polizeihauptkommissar Stefan von den Driesch, der neue Leiter des Bezirksdienstes Ost.

Doch reicht das Zahlenverhältnis wirklich aus, um die nötige Sicherheit zu gewährleisten? Die im letzten Frühjahr veröffentlichten Zahlen der Kriminalitätsstatistik belegen jedenfalls nicht das Gegenteil. Die Wohnungseinbrüche sind demnach jedenfalls im Jahr 2016 um sieben Prozent zurückgegangen. Bei den Autodiebstählen ließ sich leider keine positive Bilanz ziehen, sie waren im vierten Jahr in Folge angestiegen. Ein Allheilmittel kann der Bezirksbeamte sicher nicht sein.

Zu seinen Aufgaben gehört die sichtbare polizeiliche Präsenz, insbesondere an gefährdeten Orten, Objekten und Einrichtungen. „Schulen, Kindergärten und Vereine sind immer gute Anlaufpunkte für den Bezirksbeamten“, sagt Schiffer. Da mache es auch schon mal Sinn, ihn gleich räumlich an einem Brennpunkt zu etablieren und dort sein Büro einzurichten.

Natürlich könne der Bezirksbeamte in einem Ort nicht im Alleingang für Sicherheit sorgen, erklärt Schiffer, das sei im Alarmierungsfall vor allem die Aufgabe des Streifendienstes. Und der sei bei einem wirklichen Ernstfall schnell am Ort des Geschehens. „Wir liegen bei schweren Einsätzen, also zum Beispiel Täter vor Ort oder Unfällen mit Schwerverletzten, noch unterhalb der Zeiten für die Rettungskräfte im Kreis, obwohl wir hier eine ländliche Region haben und zum Teil lange Strecken zurücklegen müssen.“

Im Falle eines Falles müsse der Bezirksbeamte aber auch alleine in der Lage sein, sich zu behaupten. „Wir wählen die Bezirksbeamten durchaus auch nach der Durchsetzungsfähigkeit aus“, schiebt Schiffer nach. Die jetzt vorgestellten Bezirksbeamten sind nicht zufällig alte Hasen und jenseits der 50. Das ist sicher hilfreich, wenn die Beamten die Opfer von Einbruchsdelikten besuchen, was auch zu ihren Aufgaben gehört. Ebenso wie das Gespräch mit möglichen Gefährdern bei Sportveranstaltungen. Aber auch die Verkehrserziehung in Schulen gehört zum Aufgabenspektrum.

Obwohl Schiffer durch die 226 Kollegen in seinem Zuständigkeitsbereich keine Unterversorgung erkennen kann, würde er sich dennoch freuen, wenn von den landesweit 2300 Neueinstellungen einige Kollegen im Kreis Heinsberg landen würden. „Wir werden vielleicht in drei Jahren das erste Mal davon profitieren können.“