Heinsberg: „Die Aal-Esser sind die besseren Liebhaber”

Heinsberg : „Die Aal-Esser sind die besseren Liebhaber”

Mit dem verkaufsoffenen Sonntag erlebten die „Heinsberger GroßMarktTage” ihr Finale und zugleich den Höhepunkt. Drei Tage lang erwiesen sich die Marktschreier, die dem Heinsberger Marktplatz ein wenig vom Flair des Hamburger Fischmarktes vermittelten, als ein Besuchermagnet für die gesamte City.

Bereits bei der Eröffnung zollten 1. Beigeordneter Wolfgang Dieder und Gewerbe- und Verkehrsvereinsvorsitzender Detlef Chudziak der Truppe ihre Anerkennung.

So flott wie mit dem Mundwerk waren sie nämlich auch beim Aufbau. Innerhalb einer Stunde nach Ankunft hatten die „Marktschreier on Tour” ihre Lkw mit Fisch, Obst, Nudeln, Wurst, Kuchen und Käse verkaufsbereit und lockten die Besucher mit markigen Sprüchen zunächst zum Verweilen und dann natürlich auch zum Kaufen.

„Die Aal-Esser sind die besseren Liebhaber”, pries Aal-Ole seine Fischspezialitäten an und verteilte großzügig Kostproben seiner Waren unter die Menschenmenge. Gleich anschließend gab es zur Gaudi des Publikums eine verbale Attacke in Richtung des benachbarten Kollegen auf dem Kuchen-Lkw.

Äpfel, Birnen, Bananen, Trauben und exotische Früchte gab es gleich Körbeweise nur wenige Schritte weiter. „Was willst Du zahlen?”, danach wurde gepackt, und auch hier konnten die Besucher sich immer wieder von der Qualität der angebotenen Waren durch Kostproben überzeugen.

Während Petrus den Veranstaltern mit einem Gewitter und heftigen Regenschauern am Eröffnungstag nach einem tollen Auftakt leider einen Strich durch die Rechnung machte, herrschte schone am frühen Samstagnachmittag erneut dichtes Gedränge auf dem Marktplatz.

Ein Krabbenpul-Wettbewerb stand ursprünglich als weitere Attraktion auf dem Programm, doch daraus wurde nichts. Das lag aber nicht daran, dass sich keine Teilnehmer zum Wettbewerb gemeldet hatten - es fehlten ganz einfach die Krabben. Trotz aller Bemühungen, so Käse-Karl, konnten keine Krabben zum Pulen aufgetrieben werden, „Die waren alle schon gepult.”

Improvisation ist jedoch alles, nach dieser Devise wurde der Wettbewerb flugs in ein Matjes-Wettessen umgewandelt. Schließlich sollte der Hauptpreis, ein prächtiger Lachs, unters Volk bebracht werden. Um den Getränkepavillon auf dem Marktplatz scharten sich nicht nur die Kandidaten, sondern auch die Zuschauer, als Käse-Karl die Regeln erklärte und persönlich demonstrierte, wie Matjes richtig verspeist werden.

Heinz-Gerd Neuss aus Erkelenz war es, der nach nur wenigen Minuten als Erster das leere Glas mit dem Verdauungsschnaps auf die Theke knallte und damit den Sieg davon trug. Wohl in Vorfreude auf den zu erwartenden Gaumenkitzel gab es für den gewonnenen Lachs vor begeisterten Zuschauern sogar ein angedeutetes Küsschen.

Zurück auf seinem Käse-Wagen, ging es danach für Käse-Karl natürlich wieder ums Geschäft, dass er natürlich nicht nur seinen Kollegen überlassen wollte. Während er die Plastikeimer mit Käsespezialitäten voll packte und keine Mühe hatte, für 10 Euro dafür Abnehmer zu finden, warb Wattwurm Claudia gleich nebenan für ihre Wurstwaren und Schinken.

„Kommt her, ich bin nicht geizig”, packte sie zu geräuchertem Schinken und Mettwürsten auch noch Zahnbürsten und Poppkorn in die Verkaufstüten.

„Ich will, dass du satt wirst”, klang es nur einen Lkw weiter beim Nudel-Toto, der mit flinker Zunge und flotten Sprüchen die Marktbesucher anzog. „Du hast aber eine hübsche Freundin”, da fühlte sich so mancher Mann geschmeichelt und zückte die Geldbörse, um sich mit Pasta für die nächsten Wochen oder Monate einzudecken.

„Das sind schon andere Verkaufsgespräche als in unseren Fachgeschäften”, hatte schon G+V- Vorsitzender Detlef Chudziak am Eröffnungstag treffend festgestellt. Das der G+V mit Attraktionen wie den GroßMarktTagen auf dem richtigen Weg ist, um die Besucher in die Kreisstadt zu locken, zeigte sich am Samstagnachmittag und nicht zuletzt am Sonntag, als die City voller Menschen war.

Neben den offenen Geschäften mit vielfältigem Angebot sorgten Kinderkarussells, ein Spielgerüst in der Patersgasse und ein Spieltruck in der Apfelstraße und einige weitere Stände mit Süßwaren und Spielen für buntes Treiben.