Kreis Heinsberg: „Dickköpfige” Haltung der Künstlerin reizt den Kurator

Kreis Heinsberg : „Dickköpfige” Haltung der Künstlerin reizt den Kurator

Auf die Frage, wie sie zu ihren Bildern komme, sagte Mia Unverzagt, ihrem Nachnamen alle Ehre machend, dass sie andauernd Bilder im Kopf und als gelernte Fotografin direkt einen Ausschnitt vor Augen habe, das sei halt so, dagegen könne sie nichts machen.

Bei der Ausstellung „Objekte - Spur - Erinnerung”, die von der Kunststiftung der Kreissparkasse Heinsberg in Haus Hall in Hückelhoven-Ratheim realisiert und vom Vorsitzenden der Stiftung, Dr. Richard Nouvertné, eröffnet wurde, konnten sich die Besucher ein Bild von den „nicht gleich schön anzusehenden Bildern” Mia Unverzagts machen.

Der Kunsthistoriker und Kurator der Ausstellung, Sebastian Neußer, den die konsequente und bisweilen auch „dickköpfige” Haltung der Künstlerin von Anfang an gereizt hatte, führte die Eröffnungsgäste in das Werk ein. Nicht nur der Mut, die Schönheit einer alternden Frau mit herabhängenden Brüsten - freilich im wahrscheinlich selbst gestrickten Wollpullover - zu zeigen, sondern auch die ganz einfache, aber deshalb umso genialere Idee, ein bunt-gestreiftes Haushaltstuch mit einer Nationalflagge in Verbindung zu bringen, sei aller Achtung wert.

Schließlich würden die von Männern symbolisierten Fahnen in aller Welt gehisst, während die Abtrockentücher der Frauen weitgehend unbeachtet blieben. Eine Emanzipationsdiskussion auf ganz neuer Ebene.